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Full text of "Psalterium: Bibliographischer Versuch über die liturgischen Bücher des ..."

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SAMMLUNG 
BIBLIOTHEKSWISSENSCHAnilGHER ARBEITEN 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



KARL DZIATZKO, 

O. Ö. PROFESSOR DER BIBLIOTHEKSHÜLFSWISSENSCHAFTEN UND OBBRBIBLiOTHEKAR 
DER UNIVERSITÄT GÖTTINGEN. 



I. HEFT. 

WILHELM BRAMBACH: PSALTERIUM. BIBLIOGRAPHISCHER VERSUCH 
ÜBER DIE LITURGISCHEN BÜCHER DES CHRISTLICHEN ABENDLANDES. 



BERLIN. 



VERLAG VON A. ASHER & Co. 
1887. 



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PSALTERIUM. 



BIBLIOGRAPHISCHER VERSUCH 

ÜBER 

DIE LITURGISCHEN BÜCHER DES CHRISTLICHEN 
ABENDLANDES 



VON 



WILHELM BRAMBACH. 



BERLIN. 

VERLAG VON A. ASHER & Co. 
1887. 



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DRUCK VON H. S. HERMANN IN BERLIN. 



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Vorrede des Herausgebers. 



Dass uns bibliothekarischen Fachgenossen die ßerufsthätigkeit 
reichen Stoff bietet zu wissenschaftlichen Arbeiten philologischer, 
litterärgeschichtlicher sowie technischer Art, und dass es in mehr- 
facher Beziehung wünschenswerth ist, namentlich auch für die 
berufliche Wirksamkeit selbst, wenn ebeii diese der Ausgang und 
das Ziel vertiefter Bestrebungen wird, darüber besteht wohl kein 
Zweifel. Einen Mittelpunct für solche Arbeiten bildet in Deutsch- 
land bereits das Centralblatt für Bibliothekswesen. Gleichwohl 
scheint es mir, dass auch neben diesem ein Unternehmen Raum 
hat, welches die zusammenhängende, monographische Behandlung 
grösserer Stoffe zu fördern bestimmt ist. Gerade dies ist der Zweck 
der von mir mit vorliegendem Hefte eröffneten Sammlung, deren 
Verlag die Herren A. Asher & Co. in Berlin bereitwillig über- 
nommen haben. Sie soll umfangreichere, jedoch meist in einem 
Hefte abgeschlossene Einzelarbeiten aus dem gesammten Gebiete 
des Bibliothekswesens bringen, mithin ebenso dias Buchwesen im 
allgemeinen, wie das Geschick einzelner besonders wichtiger Bücher 
oder ganzer Kategorien von solchen, nicht minder das Ordnen 
und Verwalten der Büchersammlungen als die Schicksale einzelner 
hervorragender Bibliotheken oder das Leben solcher Personen, deren 
Thätigkeit mit Bibliotheken oder Buchwesen eng verknüpft war, 



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endlich auch Veröffentlichungen aus Handschriften oder seltenen 
Drucken allgemeineren Interesses zum Gegenstande haben. Auf 
kritische, bezw. systematisirende Behandlung des Stoffes wird ein 
Hauptgewicht gelegt werden; bibliographische Zusammenstel- 
lungen sind für diese Sammlung nur in soweit in Aussicht ge- 
nommen, als ihnen Vollständigkeit und allgemeine Nützlichkeit 
oder die Benutzung sehr entlegenen Materiales einen besonderen 
Werth verleiht. 
Göttingen. 

Karl Dziatzko. 



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Vorbemerkung. 



Amtlich veranlasst, mich mit liturgischen Büchern der Römi- 
schen Kirche zu beschäftigen, habe ich es unangenehm empfunden, 
dass es kein bibliographisches Werk gibt, in welchem ein Laie 
sich über die Einrichtung der Kirchenbücher, über den Sinn ihrer 
Titel, Rubriken, Abkürzungen und Verweisungen leicht unterrichten 
könnte. Die vorhandenen zahlreichen, theilweise hochgelehrten 
Schriften über christliche Archaeologie und Geschichte der Liturgien 
setzen bei dem Leser nicht nur theologische Kenntnisse voraus, die 
sich theoretisch erwerben lassen, sondern auch praktische Erfahrung 
im priesterlichen Dienste. Ausserdem gehen sie zu wenig auf die 
Bibliographie der Quellenschriften ein. Wie wenig aber eine 
solche entbehrlich ist, lässt sich daraus ersehen, dass sogar von 
Geistlichen abgefasste Kataloge liturgischer Werke nicht immer 
frei von fehlerhaften Titelangaben sind. 

Die nachstehenden Bemerkungen hatte ich zunächst nur ge- 
sammelt, um mich für bestimmte Katalogarbeiten zu befähigen. 
Da aber die Amtsgenossen, welche ältere Druck- und Handschriften- 
Bibliotheken verwalten, sich zuweilen in ähnlicher Verlegenheit 
befinden werden, so glaube ich, ihnen durch die Veröffentlichung 
einen kleinen Dienst zu erweisen. 

Karlsruhe, den lo. April 1887. 

W. Brambach. 



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Inhalt. 

Seile 
Einleitung i 

I. Die festen Bestandtheile im kirchlichen Psalterium 5 

1. Text der Psalmen 5 

2. Psalterium feriatum 6 

3. Die Gantica 18 

4. Gebete, Glaubensbekenntnisse, Litanei 20 

II. Zusätze zu den festen Bestandtheilep des Psalters aus den 
übrigen liturgischen Büchern 21 

1. Aus dem Antiphonarium 22 

Antiphonae 24 

Invitatoria 25 

Responsoria 25 

Versus 26 

Hymni 26 

2. Aus dem Lectionarium 31 

Lectiones 31 

3. Aus Gebetsammlungen (Orationarien, Gollectarien) .... 35 

Capitula . 35 

Gebete und Bittsprüche: Gollectae, Orationes, Preces, 
Commemorationes, Suffragia, Absolutiones et bene- 
dictiones 35 

III. Uebersicht der liturgischen Bücher in der abendländischen 

Kirche 37 

IV. Beispiele 46 

1. Psalterium des Klosters Lichtenthai 46 

2. Breviere mit Psalterien 49 



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EINLEITUNG. 



Unter dem Namen liturgischer Bücher fassen die Biblio- 
graphen alle Schriften zusammen, welche bei priesterlichen Hand- 
lungen und insbesondere im Gottesdienste sowohl christlicher, 
wie nichtchristlicher Religionsgenossenschaften verwendet werden. 
Anders ist der strenge Sprachgebrauch der katholischen Kirche. 
Hiemach bezeichnet Liturgie die zum eucharistischen Opfer, 
zur Messe gehörigen Handlungen und Gebete, sowie die unter 
kirchlicher Autorität dazu niedergeschriebenen Texte, Gesänge und 
Anweisungen. Es ist indessen auch katholischerseits ein freierer 
Gebrauch des Wortes Liturgie zugestanden worden, und man 
kann sich auf den gelehrten Joseph Aloys Assemani berufen 
wenn man sämmtliche christlichen Ritualbücher des Abend- und 
Morgenlandes liturgische nennt.*) Unverfänglicher ist die eben- 
falls übliche, etwas allgemeine Bezeichnung: Kirchenbücher. 



*) Gerb er t, Vetus liturgia Alemannica I praef. XIII : 'SacrÄ iHwuQyitt 
proprie ac specialiter dicitur ordo ille sacrificandi, ac ipsi libri, qui ordi- 
nem illum continent, quos nos missaUs vocamus, veteres autem sacramen- 
iaria haud abs re vocabant, quod quidem ritum sacramenti Eucharistiae 
cumprimis, ac plerumque etiam aliorum sacramentorum administrandorum 
ordinem complecterentur'. . . . Die allgemeinere Bedeutung des Wortes 
wird aber auch anerkannt p. XII und I p. 57 — 59. — J. A. Assemani 
nimmt den weitesten Sinn innerhalb der christlichen Kirchen an (ad 
dementem ArgenviUieres epistola, Codex liturgicus 1): 'Novi equidem 
Liturgiae nomen per excellentiam quamdam Sacrosancto Missae Sacri- 
ficio tribui; at illud in amplissima notione usurpo, qua ex sui ethymo 

I 



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— 2 — 

Verfolgen wir die Geschichte der christlichen Liturgien im 
Abendlande, so finden wir die ersten Spuren solcher Kirchenbücher 
schon im Alterthume. Seit Hieronymus' Zeiten war man darauf 
bedacht, Ordnung in die heiligen Lesungen zu bringen. An der 
Schwelle des Mittelalters griffen scharf in die formale Gestaltung* 
des Gebets- und Altardienstes der h. Benedict und Gregor der 
Grosse ein. Allen gewonnenen Formen passten sich Text- und 
Musikbücher an zum richtigen Vortrage der liturgischen Lese- und 
Gesangstücke. Eine grosse Mannichfaltigkeit sehen wir in der Her- 
stellung jener Bücher eintreten, indem für einzelne Arten der Gebet-, 
Lese- und Gesangstücke besondere Sammlungen angelegt wurden. 
Das ging so fort bis ins ii. Jahrhundert. Dann aber, wahrschein- 
lich veranlasst durch die ordnende Thätigkeit Gregors VII., beginnt 
eine rückläufige Bewegung. Man sichtet das Vorhandene, entfernt 
das Ueberflüssige und zieht schliesslich alles zum Gebet- und Altar- 
dienste Gehörige in zwei Hauptbücher zusammen, neben welchen 
dann nur Hülfs- und Specialbücher für die sonstigen priesterlichen 
Verrichtungen ihren Platz behaupten. Diese Bewegung findet im 
i6. Jahrhundert durch das Tridentiner Concil ihren Abschluss. 

Eingehende Nachrichten über Gregors VII. Einfluss im vor- 
liegenden Falle sind nicht vorhanden. 

Aber unverkennbar ist es, dass der Wendepunkt durch den 
Geist des ii, Jahrhunderts gegeben wurde und also zeitlich der 
Grenze zwischen den beiden Hölften des Mittelalters nahe liegt. 



quodlibet, seu officium, seu ministerium publicum sonat, Pontificales 
propterea, Rituales, seuSacerdotales, Missales, Goerimonialesque 
Libri Liturgici erunt, quemadmodum & Psalmodiae seu Cursus, Ka- 
lendariorum &c. Codices, cum ministeria, contineant, seu publica 
officia & quidem Sacra Ecclesiae universae'. . . . Vgl. Binterim, Denk- 
würdigkeiten der christ'katholischen Kirche IVx (i, A,) S. 233. Augusti, 
Denkwürdigkeiten aus der christlichen ArchUologie XII S. 291. Real-En- 
cyklopaedie der christlichenAlterthümervonF.X. Kraus IS. 177. 
— Ueber den Sprachgebrauch der Bibliographen: Schleiermacher, 
Bibliographisches System II S, 279. 



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— 3 — 

Demnach würde die Geschichte der vortridentinischen Kirchen- 
bücher im Abeüdlande auf 2 Perioden, das heisst auf den Ausgang 
der alten Weh und die erste Hälfte des Mittelalters einerseits und 
auf die zweite Hälfte desselben und das erste Jahrhundert der neuen 
Zeit anderseits entfallen. Mit dem Concil von Trient beginnt eine 
dritte, noch andauernde Periode. 

Es soll nun aber nicht behauptet werden, dass die Fassung 
der liturgischen Bücher sich im 11. Jahrhundert plötzlich verändert 
habe. Vielmehr traten damals erst die Vorbedingungen ein, welche 
zur allmähligen Umgestaltung in den nächsten fünf Jahrhunderten 
führten. Auch nach dem Jahre 11 00 wurde noch mancher Codex 
in alter Manier geschrieben oder vielmehr abgeschrieben, es trat 
aber auch die ruhige Arbeit der Compilatoren ein, um im Laufe 
der Zeit den Sieg über die eingerissene, vielleicht allzugrosse Zer- 
splitterung davon zu tragen. 

Der Gottesdienst des Klerus zerfiel in 2 Haupttheile, in den 
nach Stunden geordneten täglichen Gebetdienst, officium <livinum 
oder canonicum genannt, und in den Altardienst, welcher das 
Messopfer zum Mittelpunkte hat. Als Hauptbuch für den Gebet- 
dienst wurde nun in der zweiten Hälfte des Mittelalters das Bre- 
viariutn hergestellt, welches daher auch Officium divinum 
heisst, während für den Altardienst als Hauptbuch das Missale 
eintrat. Diese beiden Hauptbücher umfassten alles Nothwendige 
aus den vielen Einzelsammlungen des früheren Mittelalters. Da- 
neben erhielten sich nur wenige Lese- und Gesangbücher für ein- 
zelne Theile des Gottesdienstes und ausserdem Textbücher für be- 
stimmte Zwecke, nämlich Ritualien (Agenden) für priesterliche 
Handlungen ausserhalb der täglichen Messe und des Gebets. Dazu 
kommt der Kalender. Man könnte ihn ein Hülfsbuch nennen. 
Allein das Kalendarium war so unmittelbar nothwendig für den 
richtigen Gebrauch der Breviaria und Missalia, dass es als Bestand- 
theil derselben betrachtet wurde. 



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— 4 — 

Schauen wir nun von dem Standpunkte des i6. Jahrhunderts 
rückwärts^ so werden wir uns an der Hand der damals geltenden 
Kirchenbücher in der mittelalterlichen Entwicklung der liturgischen 
Einzelsammlungen unschwer zurecht finden. 

Nehmen wir nämlich das Breviarium und das Missale zum 
Ausgangspunkte unserer Betrachtung, so scheiden sich aus den 
zahlreichen liturgischen Büchern der früheren Jahrhunderte zunächst 
zwei Gruppen aus: erstens solche Bücher, die zum täglichen Ge- 
betdienst, dem Officium divinum in Beziehung stehen und als 
Quellen des Breviers dienten, zweitens solche, die für das Sacra- 
ment des Altars bestimmt waren und ßestandtheile des Messbuches 
lieferten. Es bleibt alsdann noch eine dritte Gruppe übrig: die 
Ritualbücher für Spendung der Sacramente und sonstige priester- 
liche Verrichtungen, wobei indessen zu bemerken ist, dass ältere 
Sacramentbücher sowohl die Mess-, wie andere Ritualien enthalten. 

Unter allen liturgischen Büchern des Abendlandes nimmt 
das Psalterium eine durchaus eigenartige Stellung ein. Dasselbe 
ist im späteren Mittelalter zu einem Bestandtheile des Breviarium 
geworden, weil es den wesentlichsten Theil des täglichen Gebet- 
dienstes enthält Eigenartig ist es jedoch geblieben, weil es seine 
ursprüngliche Gestalt am wenigsten verändert hat. Sein Inhalt hat 
keine Verminderung, nur für gewisse Bearbeitungen des Breviers 
eine Umstellung und ausserdem Erweiterungen durch eingefügte 
Gesänge, Gebete, Glaubensbekenntnisse erfahren. 

Das Psalterium galt und gilt als der allgemeine, feste und im 
Wesentlichen unabänderliche Theil des täglichen priesterlichen 
Gebetes. Wie leicht erklärlich, hat sich an diesen Kern im Mittel- 
alter Mancherlei angeheftet, was zum täglichen Gebetdienste, auch 
zur Messe oder zu besonderen Gelegenheiten dienlich oder noth- 
wendig war. Die meisten liturgischen Bücher haben Zuthaten zum 
mittelalterlichen kirchlichen Psalter geliefert. Wer daher die Ge- 
schichte des letzteren verfolgt, wird auch die Entwicklung der 



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— 5 — 

übrigen Kirchenbücher überschauen, und dies ist der Grund, wes- 
halb das Psaherium zum Angelpunkte der vorliegenden Darstellung 
gewählt worden ist. 



I. 

Die festen Bestandtheile im kirchlichen 
Psalterium. 

I. Text der Psalmen. 

Die Psalmen bilden den Hauptbestandtheil des täglichen Ge- 
betes. In der Urzeit des Christenthums nahm man den biblischen 
liber psalmorum, das 'Psalterium' als Vorlage zum Gebete, inso- 
fern überhaupt eine Vorlage nöthig war. Denn der rechte Priester 
wusste sämmtliche Psalmen auswendig, und bis in neuere Zeit kam 
an einzelnen Orten das Psalliren nach dem Gedächtnisse vor. Seit 
dem 4. Jahrhundert dienten als Textesgrundlagen die beiden Re- 
censionen des Hieronymus, indem die erste zunächst in Rom ein- 
geführt und daher Psalterium Romanum genannt wurde, während 
die zweite zuerst in Gallien Aufnahme fand und daher Psalterium 
Gallicanum hiess. Letzteres trat fast überall an Stelle des ersteren. 
Gegenwärtig wird nur noch in der Peterskirche zu Rom der Text 
des Psalterium Romanum im Officium divinum angewendet. 

Wenn man den Text, wie er im Alten Testamente stand, vor 
sich hatte, so waren die als Ueberschriften darin vorkommenden Er- 
klärungen störend. Denn der Betende oder Sänger trug ausser der An- 
fangsbezeichnung Psalmus David oder Psalmus (abgekürzt ps. DD 
oder einfach ps., ps., p., auch psalm. und psal.) Alles vor, was er ge- 
schrieben fand, z. B. im 118. Psalm auch die Ordnungsbuchstaben 
des Alphabets Aleph, ßeth, Gimel u. s. w., wenn sie in seiner Vor- 
lage nicht getilgt waren, wie denn solche Buchstaben auch später 



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— 6 — 

im Figuralgesang mitcomponirt wurden. Zum ungestörten Psalliren 
war erforderlich, dass der Psalter von unbrauchbaren Zusätzen be- 
freit wurde, und in dieser Beziehung unterschied sich der Text 
des kirchlichen Psalters vom biblischen. Im Uebrigen aber 
blieb der Bibeltext inhaltlich und förmlich unberührt. Nur wurden 
einzelne Psalmen ftir Gebetszwecke getheilt, was nicht regelmässig, 
aber doch häufig ersichtlich gemacht wurde, z. B. durch Beischrift 
des Wortes divisio oder ein zugesetztes Gloria (abgekürzt Gl'ia 
oder Glor.). Letzteres bezeichnet den Eintritt der kleineren Doxo- 
logie Gloria patri etc., der am Schlüsse der Psalmen, hier eines 
Psalmenabschnittes erfolgte. Uebrigens war und ist das Psalmen- 
gebet den Klerikern so geläufig, dass man es versteht, wenn Texte 
selbst in spät mittelalterlichen Handschriften ohne solche orienti- 
rende Beischriften erscheinep. 



2. Psalterium feriatum. 

Die biblische Reihenfolge der Psalmen wurde im Stunden- 
gebete nicht beibehalten, vielmehr waren die einzelnen Stücke des 
Psalters nach ihrem Inhalte auf die Stunden der sieben Wochen- 
tage umgelegt. Um Letzteres zu verstehen, müssen wir uns die 
tägliche Gebetsordnung mit ihrer eigenthümlichen Tages- und 
Stundenbezeichnung vergegenwärtigen, und zwar nicht nur nach 
dem heutigen Zustande, sondern unter Rücksichtnahme auf den 
mittelalterlichen Gebrauch. Zu diesem Zwecke sind im Folgenden 
sowohl die neueren, wie die veralteten Einrichtungen besprochen 
und die darauf bezüglichen Ausdrücke, wie sie in Handschriften 
und älteren Drucken vorkommen, unter Angabe der Abkürzungen 
zusammen gestellt. 

Die Wochentage heissen in der Kirchensprache feriae, nur 
der Sonntag hat stets und der Samstag gewöhnlich einen beson- 
deren Namen. 



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— 7 — 

Sonntag Dominica, abgekürzt Dnica und Do. 

Montag feria secunda „ fer. II. 

Dienstag „ tertia „ „ III. 

Mittwoch „ quarta „ „ IV. 

Donnerstag,, quinta „ „ V. 

Freitag „ sexta „ „ VI. 

Samstag Sabbatum, selten feria septima, fer. VII. 
Vereinzeit findet man daneben die heidnischen Bezeichnungen 
dies Lunae, Martis u. s. w. 

Jeder Wochentag hat sein eigenes Officium divinum, welches 
gebetet oder gesungen wird, wenn nicht Feste Christi oder der 
Heiligen oder eine Todtenfeier einfallen. Denn diese haben beson- 
dere Gebetsordnungen. Das Officium des gewöhnlichen Wochen- 
tages (nicht des Sonntages) heisst feriale oder de feria, auch trium re- 
sponsoriorum officium. In einem Einsiedler-Codex des 12. Jahr- 
hunderts werden die Fest-, Sonn- und Wochentage so unter- 
schieden : Incipiunt orationes de adventu Domini etc. de festis, do- 
minicis, feriis seu cottidianis diebus. (Gerbert, Vetus liturgia 
Alem. I S. 131.) 

Man richtete Bücher für den gewöhnlichen Tagesdienst 
ein und unterschied sie von den Sonn- und Festtagsbüchern. Im 
Glossarium mediae et infimae latinitatis (ed. Henschel III p. 230) 
wird daher Feriale erklärt als Liber in quo feriarum officia con- 
tinentur, wofür ein merkwürdiger Beleg beigebracht ist: Consuet. 
Monast. S. Crucis Burdegal. ante ann. 1305. MSS.: Cellerarius 
habet tenere chorum infra ecclesiam bene munitum de libris, .... 
videlicet oao psalteria cum Feriali et cum hymnis totius 
anni, . . . unum dominicale, unum sanctorale. 

Unter Feriale ist hier wohl ein Theil des Psalters verstanden, 
welcher den Dienst der gewöhnlichen Tage, das Officium feriale, 
enthielt. Als weiteren Theil oder Anhang muss man die Hymnen 
betrachten, die nach den Festen des Kirchenjahres geordnet waren. 



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— 8 — 

Das liegt in den Worten hymni totius anni, womit die nach den 
Jahreszeiten wechselnden Hymnen im Gegensatz zu den täglichen 
gemeint sind. Letztere, auch hymni feriales genannt, werden in 
das Feriale eingetragen gewesen sein. Ein selbständiges Buch 
dagegen war für den Sonntagsdienst und wahrscheinlich zugleich 
für alle Feste des Herrn eingerichtet, das Dominieale. Es war 
gewiss nicht verschieden von der sonst Proprium de tempore 
genannten Sammlung für die Feste des Herrn in allen Zeilen des 
Kirchenjahres. 

Darauf weist auch die Benennung des letzten Kirchenbuches 
hin, welches für die Feste der Heiligen bestimmt war: Sanctorale, 
sonst Proprium de Sanctis genannt, hier wohl mit dem Com- 
mune Sanctorum vereinigt. In ähnlicher Weise führt die Or- 
donnance im Cistercienser-Brevier des Jehail Petit (Paris 1510) auf: 
Le psaultier. Le temporal. Le sanctoral. Le commun. 

Tag und Nacht haben zusammen 7 Gebetsstunden, horae 
canonicae, so genannt, weil sie durch kirchliche Regel bestimmt 
waren: i. prima, 2. tertia, 3. sexta, 4. nona (hora), 5. ves- 
perae, 6. completorium, 7. vigiliae, welch' letztere die Stunden 
der Nacht (nocturnae) und des Morgengrauens (matutina) um- 
fassen. Diese Stundenordnung geht indessen nicht in urchristliche 
Zeit zurück und hat sich auch nicht in der scheinbar natürlichen 
Reihenfolge, von der Prima anfangend, entwickelt 

Von besonderer Bedeutung sind die nächtlichen Gebete. Ur- 
sprünglich in drei Abtheilungen (Noaurna vigilia I, II, III) ver- 
richtet, verschoben sie sich allmählich bei den Weltgeistlichen gegen 
den Morgen hin und wurden mit der Matutina zu einer inhalt- 
reichen Gebetsstunde vereinigt, welche den Gesammtnamen Matu- 
tinum erhielt. Man muss dabei bedenken, dass die mittelalterlichen 
Geistlichen das Matutinum als einen Theil der Nacht ansahen. 
'Matutiniun est secessus tenebrarum et adventus aurorae. . . . Post 
matutinum tempus sequitur diluculum. Diluculum est quasi iam 



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— 9 — 

incipiens parva lux diei. Nisi haec pars pertineat ad noctem, non 
erunt septem partes noais, quas Doctores enumerant, id est, cre- 
pußculum, vesperum, conticinium, intempesta, gallicinium, matu- 
tinum, diluculum,' sagt Amalarius, de ordine Antiphonarii 5 (Maxima 
bibliotheca patrum XIV p. 1036 DE). Daher seine Vorschriften de 
Matutinali officio quotidianarum noctium oder de Matutinali 
officio per Dominicas noctes. Daher auch die jetzt noch übliche 
Einrichtung, dass die Matutin in sich drei Noaurnen begreift. In 
Klöstern, wo der Nachtdienst eifriger gepflegt wurde, erhielt sich 
jedoch der Name Vigiliae für die Noctumen, wie zum Beispiel 
aus nachmittelalterlichen Benediainer-Brevieren zu ersehen ist. 
Hier hat also der Laie zwischen den Vigiliae=Nocturnae und 
der bekannten Vigilia= Vorfeier oder Vor- und Hauptfeier eines 
Festes zu unterscheiden. 

Jene Matutina nun, welche mit den Nocturnen vereinigt 
wurde, hatte aber ihren eigenartigen Inhalt; es wurden alsdann die 
mit dem Namen laudes bezeichneten Psalmen 148 — i5o gesprochen, 
und es hiess die Gebetsabtheilung selbst Matutinae laudes oder 
Matutina laus, 'Lob (des Herrn) in der Frühe'. Daher war die Ver- 
einigung keine sehr innige, wenn auch zu Rpm eingeführt. Ama- 
larius bezeugt den Römischen Brauch, hier keine Pause eintreten 
zu lassen, für das 9. Jahrhundert. Nichtsdestoweniger blieb es 
frei gegeben, eine Trennung zu machen. Bemerkenswerth ist, dass 
die Autoritäten in Sachen des Ritus zweifelhaft waren, wo die 
Nocturnen aufhören und die Matutinae laudes anfangen, und wie 
deren Anfang zu beten sei (Gavanti, Thesaurus sacrorum rituum. 
Antwerpener Ausgabe v. 1646, II p. 52). So ist es erklärlich, dass 
letztere ihre Selbständigkeit erhielten und in neuerer Zeit allgemein 
den besonderen Namen Laudes führen, während für die Nocturnen 
das Neutrum Matutinum üblich wurde. 

Aber die Verschiebung ging weiter. Nachdem man die Noc- 
turnen mit den Matutinae laudes in Verbindung gebracht hatte, 



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- 10 — 

galt nun das Ganze als Matutinum für den Anfang des Tages- 
gebetes. Man sollte glauben, dass die Bedeutung des Wones Ma- 
tutinum, 'Gebet in der Frühe', hierzu gefühn habe, und wirklich 
ist dies die Ansicht des Fridericus Nausea zu Anfang des i6. Jahr- 
hunderts (1527). Aber auch damals fiel in den Klöstern ein grosser 
Theil der Matutin gewiss auf die Nacht. Somit konnte diese An- 
sicht nur auf den Gottesdienst von Weltgeistlichen passen. Der 
wirkliche Grund wird wohl in dem Umstände zu suchen sein, 
dass man die Mitte der Nacht als die Zeitgrenze annahm, bis zu 
welcher spätestens das Officium eines Tages verrichtet sein musste, 
Nach Gavanti gilt folgende Regel: A media nocte antecedentis diei 
incipit tempus recitandi Officii, et perseverat usque ad mediam 
noctem sequentis inclusive (II p. 9). Durch diese Scheidung 
wurde der mit der Matutin zusammenhängende Nachtdienst an 
den Anfang des täglichen Gebetes geschoben. Dann war noch die 
Bestimmung anwendbar, wonach das Gebet vorweg genommen 
werden darf, und so kommt es, dass die Matutin sogar bis zu ge- 
wissen Stunden des vorhergehenden Nachmittags vorgerückt wer- 
den kann. 

Da .nun das Matutinum zur ersten Stunde geworden war, so 
wurde die schon seit dem 5. Jahrhundert übliche Prima hora zur 
zweiten. Demgemäss« erhielten die Tertia den dritten Platz, die 
Sexta den vierten, die Nona den fünften, die Vesperae den sechsten 
und das Completorium den siebenten. So stellt Nausea die Sache 
dar, indem er die Siebenzahl der kanonischen Stunden vertritt: sep- 
tenam laudis decantationem psalmis et hymnis . . . ecclesia . . . 
instituit. — Prima interdiu noauque canonicarum horarum coepit 
matutina s. ab matuta, qua intelligimus auroram, vocari, quod 
eins horae officium sub auroram, id est, primo mane, nunc apud 
plerosque omnes, demptis Coenobitis, concelebrari soleat. — Se- 
cunda horarum canonicarum dici coepta est Prima, quoniam eins 
officium primo diei tempore circa solis ortum . . . celebrari con- 



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— 11 — 

sueverit. — . . . Septima . . . appellari coepit hora Completorii, 
quod eius officium concelebrari soleat, quum paulo post dies ipsa 
compieri incipit (Miscellaneae, Köln 1531, fol. 2. 3. 10. 24). 

Für die Siebenzahl der Stunden war ein Vers des 1 18. Psalms 
maassgebend: Septies in die laudem dixi tibi. Aber auch diejenigen, 
welche die Landes vom Matutinum trennten und somit 8 Stunden 
annahmen, hatten einen Bibelspruch für sich: Legerunt in volumine 
legis Domini Dei sui quater in die et quater confitebantur (Es- 
dras II 9). Durch die Streitfrage, ob 7 oder 8 Stunden anzunehmen 
seien, wird die Anordnung der Kirchenbücher nicht wesentlich be- 
einflusst.*) Denn es handelt sich dabei hauptsächlich darum, ob 
das Te deum an den Schluss der Nocturnen oder an den Anfang 
der Landes gehöre, ferner ob das Pater noster vor den Landes zu 
sprechen sei. Die Texte des Te deum und Pater noster stehen 
aber meistens im allgemeinen Anhange des Psalters und sind 
wegen ihrer häufigen Wiederholung nicht einzelnen Stunden zu- 
getheilt. Nur in denjenigen Psalterien, in welchen die biblische 
Ordnung der einzelnen Stücke verlassen ist, musste das Te deum 
unter eine Stunden-Rubrik gebracht werden, und zwar an den 
Schluss der dritten Nocturne. 

Wir finden nun folgende Stunden-Rubriken in den Kirchen- 
büchern: 
I. Matutinum, 'Metten', abgekürzt mat. 

Als gleichbedeutend, wie oben erklärt, kommen vor: 
Vigiliae nocturnae und einfach Vigiliae, 
ferner Nocturnae (horae)^ 
Nocturni (cursus). 



*) Da hier die Stundenordnung nur in so weit zu besprechen ist, 
als zum Versfändniss der noch erhaltenen Kirchenbücher dienlich scheint, 
so muss von der älteren Entwicklungsgeschichte abgesehen werden. Ueber 
letztere handelt S. Bäumer, Einfluss der Regel des hL V. Benedict auf 
die Entwicklung des römischen Breviers (Studien und Mittheilungen aus 
dem Benedictin er- und dem Cistercienser-Orden VIII S. i ff.). 



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auch 

kurz 

horae 

genannt. 



— 12 — 

Es gibt 3 Noaurnen, bezeichnet durch die Abkürzungen 
noctur., noct\, noa., noc: 
Priraum noctumum*), 
Secundum nocturnum, 

Tertium nocturnum; letzteres ist in alterthümlicher Sprach- 
weise gleich pullorum cantus, gallicantus, gallicinium. 
IL Landes, abgekürzt laud\, laud., lau. und W 

Gleichbedeutend Matutinae laudes oder Matutina laus. 

III. Prima, bezeichnet durch Abkürz, ad I. 

IV. Tertia, „ „ „ ad III.j horae 
V.Sexta, „ „ „ adVI. [^j-^^?,^! 

VI. Nona, „ „ „ ad IX.) ß^^^) 

VII. Vesperae, abgekürzt ad vespas., vesp., vesp., ves., vs. Aeltere 

Namen sind: hora incensi, lucernarium, laudes vespertinae. 
VIII. Completorium (Hora completoria, Completa, Complenda), 

abgekürzt complet'., complet., compl'., cople., copF. 

Ausnahmsweise finden sich in altern Klosterregeln auch für 
die übrigen Tagesstunden Vorschriften: für die secunda, quarta, 
quinta, septima, oaava, decima, undecima und duodecima, letztere 
als Anfang der Nacht (Gerbert, Vetus liturgia Alem. III S. 8o5— 806). 

Der gesammte Gebetdienst eines Tages und einer Nacht 
hiess Cur s US. So spricht man von einem Cursus de martyre, 
als dem Inbegriffe sämmtlicher Gebete und Gesänge für dessen 
Ehrentag, von einem Cursus Beatae Mariae Virginis, welcher 
auch wohl noch als generalis bezeichnet wird, wenn er allen 

*) Ueber die Wortform sagt Durandus im 5. Buch des Rationale 
divinorum officiorum unter der Rubrik De noctumis: 'Et nota quod noc- 
turna ne (=nociumae) ponitur pro hora: sed nocturni norum pro of- 
ficio. Vel nocturna ne (nae) estcollectio psalmorum qui dicuntur ante 
lectiones in dominica vel in profestis diebus. Nocturne {noctumae) in 
piurali dicuntur tempora in quibus psalmi cantantur. Nocturni norum 
dicuntur novem psalmi et novem lectiones cum suis responsoriis in solem- 
nitatibusV — Das Neutrum Noctumum, wie Matutinum, ist in der Ein- 
zahl Üblich geworden. 



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- 13 — 

Marientagen oder dem täglichen Gebete angepasst ist. Ferner 
wurde das Buch, in welchem der Mariencurs enthalten war, 
häufig Cursus ß. Mariae Virginis oder Cursus Marianus ge- 
nannt. Selten ist dagegen die barbarische Benennung Cursarii, 
Cursinarii für Gebet- und Lesebücher zum täglichen Dienste, z. B. 
cursarius antiquior, duo cursinarii in den mittelalterlichen Bücher- 
verzeichnissen von Muri (Catalogi bibliothecarum antiqui coli. 
G. Becker p. 135. 252). In einem deutschen Titel erscheint das 
Wort i5i7 zu Konstanz: Die Sibe Cürs zu Teütsch aufF ainen 
yetliche tag d' wochen ain . . . (Druck von Joh. Schaffeier, 
bei Quaritch, Monuments of the early printers III, Katalog 
372 n. 37594). 

Einen Cursus schied man nach der Zeit in einen nocturnus, 
auch matutinarius, und diurnus. In Bezug hierauf hat Amalarius 
einen eigenthümlichen Sprachgebrauch, indem er nur die Tages- 
abtheilung Cursus nennt und vom nächtlichen Dienste unter- 
scheidet. Im Vorworte zum Ordo Antiphonarii sagt er: Cupio 
summatim aliquid scribere, quasi quoddam manuale de solis 
noctumalibus officiis et de his quae vocantur cursus, und weiter- 
hin: Incipit adnotatio de noctumalibus officiis et diumalibus, 
quae vulgo cursus vocantur. Doch ist diese Ausdrucksweise nicht 
in allgemeine Aufnahme gekommen, vielmehr sind die soge- 
nannten Cursus der einzelnen Heiligenfeste gerade für die Noc- 
turnen wichtig, weil in diesen die Lesungen über das Leben der 
Heiligen vorkommen. 

Für bestimmte Zwecke wurde Auswahl aus den Gebeten, 
Lesungen und Gesängen zu den Tages- und Jahreszeiten gemacht. 
Namentlich mit dem Cursus Beatae Virginis Mariae vereinigte 
man die Passionsevangelien, die Todtenfeier (Vigiliae mortuorum, 
Officium defunctorum), Gebete zu mehreren Heiligen (Suffragia 
plurimorum sanctorum et sanctarum). Auch einzeln erscheint das 
Officium defunctorum mit den Busspsalmen und der AUerheiligen- 



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— 14 — 

Litanei. Für bestimmte Zwecke zusammengestellte Psalmen heissen 
Minus psalterium in einer Vaticanischen Handschrift (Codices 
Palatini n. 539). Eine Auslese verschiedener Cursus begegnet uns 
auch unter Drucken des 1 5. Jahrhunderts: Cursus hinc inde collecti 
cum Septem psalmis poenitentialibus et vigiliis mortuorum, cum 
accessu altaris et aliquibus orationibus .... Cursus de proprio 
angelo . . (Hain 5859—5863). Während hier die Auswahl nach 
dem Inhalte gemacht wurde, schied man andererseits zur bequemen 
Handhabung die Bücher nach den Zeiten, in welchen sie gebraucht 
wurden, und richtete für das Officium einzelner Hören besondere 
Bände ein. So für die Stunden der Nacht und des Morgens den 
Nocturnalis liber mit den zahlreichen Lesestücken der Noaumen 
und den Matutinalis, das Matutinale (= matines heures). Bei 
letzterem hat man zu beachten, dass ein Matutinale officium nicht 
nothwendig die Nocturnen mitenthalten muss, sondern in Klöstern, 
wo die Nocturnen oder Vigiliae als selbständige Abtheilungen 
voraufgehen, den Landes gleich ist. Demnach ist nur durch Ein- 
sicht in das Matutinale festzustellen, ob und welche Theile des 
nächtlichen Dienstes es umfasst. Für den Tag diente das Diur- 
nale, für den Vesperdienst das Vesperale. 

Insofern der Cursus nach den kanonischen Stunden geordnet 
ist, wird dafür gleichbedeutend gesagt: horae canonicae oder 
einfach horae, heures. Auch das Buch, in dem er enthalten ist, 
heisst so. Seltener kommen die Namen Horarius (liber), Hora- 
rium, orarium vor. Man darf hier nicht an den Sprachgebrauch 
denken, wonach insbesondere die Prima, Tertia, Sexta, Nona kurz 
als horae bezeichnet werden, weil letzteres Wort bei diesen Ad- 
jectiven sich mitversteht. Vielmehr handelt es sich bei den 
Büchern unter dem Titel Horae um ganze Curse. Beispielsweise 
lautet der Colophon eines Hortulus animae, einer undatirten In- 
cunabel in der Grossh. Badischen Hof- und Landesbibliothek: 
Finiunt höre canonice . ad | vfum romane ecclefie. 



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— 15 — 

während das erste Blatt des Bogens E über einem Holzschnitt 
den Specialtitel hat: Curfus bte marie vir. Hier beginnen die 
Landes, und der Specialtitel ist wohl nur desshalb nicht vor die 
Matutin (Nocturnen) auf das zweite Blatt des Bogens D gesetzt, 
weil an diese wichtige Stelle ein allegorisches Bild in Holzschnitt 
trat. Vergleichen wir die wesentlich gleichartigen, nur er- 
weitertjßn Heures des Germain Hardouyn, Paris 1526, so finden wir 
vor der Matutin die Worte: Incipiüt höre beate marie vir- 
ginis (Bogen C [5]). Der Colophon bezeichnet das Buch so: Cy 
finiffent ces prefentes heures a lufaige de Romme; das 
erste Blatt dagegen hat den lateinischen Gesammttitel: Höre beate 
marie virginis .... Man sieht, dass die mit der Matutin be- 
ginnenden Horae Hardouyn's und der Cursus im Hortulus animae 
dasselbe bedeuten. Als identisch stellen sich demnach heraus 
Horae canonicae, Horae, Cursus, und dazu kommt das allgemein 
auf den Gebetdienst bei Tag und Nacht anwendbare Wort Offi- 
cium in einer Strassburger Ausgabe des Hortulus von i5oo: 'Ortus 
anime Praeced . Calend . F, 2 a : Incipit Officium siue Cursus beate 
Marie virginis etc,^ (Hain 8938). 

Solche Curse oder Hören gaben den grossen Miniaturisten 
des i5. Jahrhunderts Veranlassung zu den Schöpfungen, die heut- 
zutage von Bücher- und Kunstliebhabern mit Gold aufgewogen 
werden. In solchen Cursen bewegte sich aber auch bereits zu 
Anfang des Mittelalters der tägliche Gottesdienst und insbe- 
sondere war der Psalm erivortrag ein wesentlicher ßestandtheil 
desselben. Schon Venantius Fortunatus sagt vom Pariser Klerus 
(Carmin. II 9, 19): 

Carmine Davidico divina poemata pangens 
Cursibus assiduis dulce revolvit opus. 

Das ganze Buch der Psalmen war auf die einzelnen Gebets- 
stunden während der Woche nach dem Inhalte vertheilt. 

Im Psalterium Romanum entfallen auf die 



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— 16 — 



7 Matutina .... 91 Psalmi (matutinales) 
„ Laudes .... 13 „ 
„ Vesperae .... 35 „ (vespeninales) 
die Übrigen Stunden 11 „ 

^ 150 Psalmi. 
Wenn man nun ein Psalterium herstellen wollte, in welchem 



Matutinum 


Psalmi domini- 
cales et feriales: 
Dominica, feria 
IL IIL Psalmus 
XCIV. 


Dominica 
Psalmi 

I-III. VL VII- 
XX. 


Feriae 


secunda 
Psalmi 

XXVI- 
XXXVII. 


tertia 
Psalmi 

XXXVIII- , 

XLl. XLIII-, 

XLIX. LL 


Laudes 




XGII. (Wieder- 
holung von 

XCIX.) 
LXII. LXVI. 

CXLVIII-CL. 


L. V. 


XLII. 

1 

1 


Horae I. III. 


1 LIII. 








VI. IX. 


1 GXVIII. 








ad primam 




CXVIL 


XXIIL 


XXIV. 


Vesperae 




CIX-CXIII. 


GXIV- 

CXVI. 

CXIX-CXX. 


CXXI- i 

cxxv. 


Completorium 


IV. (Wiederho- 
lung von XXX. 

Vers 1-6). 
XC CXXXIIL 









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— 17 — 

die einzelnen Stücke so aufeinander folgten, wie sie gebetet oder 
gesungen wurden, musste man das ganze Psalmenbuch in folgender 
Weise umschreiben: 



1 


Fe 1 


• i a e 




Zusammen 


1 quarta 
Psalmi 

1 


quinta 
Psalmi 


sexta 
Psalmi 


Sabbat um 
Psalmi 




j 

i LH. LIV- 

LXI. LXIII. 
1 LXV.LXVII 

1 


LXVIII- 
LXXIX 


LXXX- 
LXXXVllI. 
XGIII. XGV. 

GXVI. 


XGVII- 
GVIIL 


91. 


LXIV. 

1 

1 


LXXXIX. 


GXLII. 


XGI. 


13. 


1 XXV. 


XXII. 


XXI. 




8. 


GXXVI- 
GXXX. 

1 

i 

t 

1 


GXXXI. 
GXXXII. 
GXXXIV- 
GXXXVI. 


CXXXVII- 
GXLI. 


GXLIII- 
GXLVII. 


35. 
3. 


1 


.^ 1 50. 



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- 18 - 

Nach dieser Schablone sind nun in der That Psalterien ge- 
schrieben worden, indem man sich freilich aus Bequemlichkeits- 
rücksichten mehr oder weniger Wiederholungen oder Ab- 
weichungen im Einzelnen erlaubte. Im Mittelalter gestattete man 
sich aber meistens nicht, die biblische Ordnung zu stören, und 
man half sich mit Randbemerkungen. Und diese reichten aus. 
Denn es springt in die Augen, dass die biblische Ordnung mög- 
lichst wenig angetastet ist, und dass man sich zurecht finden 
konnte, sobald man wusste, wo die Psalmen des neuen Tages 
anfingen. Man machte sich zu diesem Zwecke Lesezeichen, vor- 
springende Ohren an die betreffenden Blätter des Psalmenbuches 
und rothe Einträge der Wochentage und Stunden. 

Ein Psalterium nun, wenn es zum täglichen Gebete, sei es 
in der biblischen oder Stunden-Ordnung, eingerichtet ist, heisst 
Psalterium feriatum. Es ging ungetrennt in das Brevier über. 
Als Beispiel der Einrichtung nach den Stunden kann das Psalte- 
rium in einem Franzifcaner- Brevier aus dem 14. Jahrhundert 
dienen, welches in der Bibliotheca Casinensis beschrieben ist 
(IV p. 100. Codex CXCIII): 

Incipit Psalterium per Hebdomadam dispositum, incipiens a 
Matutino Dominicae; sequitur Prima, (pag. 42) Matutinum feriae IL, 
(pag. 55) feriae III., (pag. 62) feriae IV., (pag. 71) feriae V., (pag. 82) 
feriae VI., (pag. 91) sabbati; (pag. 104) Psalmi Vesperarura et Hora- 
rum minorum, (pag. 123) alii Psalmi et Cantica, in quibus Psalmus 
Te Deum, Postea (pag. 126) adduntur Litaniae 

3. Die Cantica. 
Den zweiten festen Bestandtheil des kirchlichen Psalters bilden 
10 Cantica und der Ambrosianische Lobgesang, welcher zuweilen 
auch den ehrenvollen Namen eines Canticum, missbräuchlich sogar 
den eines Psalms erhält. Streng genommen aber heissen Cantica 
nur diejenigen Gesänge, deren Worte aus dem alten Testamente 



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— 19 — 

(sogenannte Cantica de prophetis) oder aus den Evangelien ge- 
nommen sind (Cantica de evangelio, Evangelii concentus oder 
einfach Evangelium). Der Ambrosianische Lobgesang schliesst sich 
allerdings seiner Sprache nach mehr den Cantica, als den Hymnen 
an, da man unter letzteren Gesänge in abgeschlossener metrischer 
oder rhythmischer Form verstand. 

Die gewöhnliche Reihenfolge ist: 

(Cantica ferialia et dominicalia) 
'(ad* laudes) 

1. feria IL Canticum Esaiae: Confitebor tibi. 

2. „ III. „ Ezechiae: Ego dixi. 

3. „ IV. ,, Annae: Exultavit cor meum. 

4. „ V. „ Moysis/^^.ÄT^^/./j'/'Cantemus Domino. 

5. „ VI. „ Habacuc: Domine audivi. 

6. Sabbato. „ Moysis (Deuter, 32): Audite caeli. 

dwisio: Ignis. 

7. In dominicis. „ trium puerorum: ßenedicite omnia 

opera. 

8. „ „ „ Zachariae: Benedictus. Das Anfangs- 

won wird häufig abgekürzt citirt: 
benedict. bened\ bnd\ bn*. b*. 
(ad vesperas) 

9. Canticum virginis Mariae: Magnificat. Das Anfangswon 

abgekürzt citin: magnifi. magnfic. magii. magn. mag. 
mgt. mgt. 

(ad completorium) 

10. Canticum Symeonis: Nunc dimittis. 

(ad matutinum) 

11. Hymnus: Tedeum. 

Der Hymnus wird auch wohl unter die Cantica eingeschoben, 
wie er in einem Lichtenthaler Psalterium vom Jahre 1483 zwischen 
dem sechsten und siebenten Canticum steht. Beispiele verschieden- 



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— 20 — 

artiger Anordnung bieten die Codices Palatini latini der Vati- 
canischen Bibliothek n. 26 fF. 

Für das Won Canticum kommen folgende Abkürzungen vor: 
cantic. catic. ca. c und c c (cantica). 

Im Psalterium Romanum befinden sich, und zwar als Cantica 
bezeichnet, noch folgende nicht allgemein aufgenommene Gesänge: 
Ad Dominum (= Psalm 119, Canticum graduum). — Ave Regina 
(hymnus). — Alma Redemptoris mater (antiphona). — Regina coeli 
(antiphona). — Salve Regina (antiphona). Im Cistercienser-Brevier 
Jehan Petits v. 15 10 ist eine Sammlung von Cantica dominicalia, 
de festis und communia dem Psalter beigegeben. 

4. Gebete, Glaubensbekenntnisse, Litanei. 

Als dritten festen Bestandtheil des kirchlichen Psalters finden 
wir diejenigen Gebete, welche häufig, theil weise mehrmals* an 
einem Tage gesprochen wurden: 

1. Pater noster und (weniger oft) Ave Maria, dessen Ge- 
brauch nicht feststand und erst im 16. Jahrhundert von 
Pius V. geregelt wurde. 

2. Symbolum apostolicum: Credo. 

3. „ Athanasianum: Quicunque vult salvus esse. 
(Auch als 'fides Athanasii' bezeichnet.) 

4. Letania. Die allgemeine Litanei (generalis), gewöhnlich 
AUer-Heiligen-Litanei genannt. 

Das Pater noster und Symbolum sqjostolicum sind zuweilen 
nicht eingeschrieben, weil sie auswendig hergesagt wurden. Man 
rechnete sie jedoch zum Psalter, wie denn auch der heilige Bruno 
von Würzburg in seiner Expositio in Psalterium ausser den Cantica 
noch die Oratio dominica, das Symbolum Apostolorum und die 
Fides catholica S. Athanasii Episcopi berücksichtigt hat (Maxima 
bibliotheca patrum XVIII p. 343 sq.). 



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— 21 — 

IL 

Zusätze zu den festen Bestandtheilen des Psalters 

aus den übrigen liturgischen Büchern. 

Ausser den Psalmen, Cantica und Gebeten, welche regel- 
mässig gesprochen oder gesungen wurden, wiederholen sich noch 
andere Theile des Officium divinum im Kirchenjahre so oft, dass 
man sie zur raschen Auffindung an denjenigen Stellen des Psalters 
eintrug, wo sie am häufigsten sich im täglichen Gebetdienste an 
einen Psalm anschlössen. Ferner fügte man zum Psalter noch 
kleinere Sammlungen von allgemeinen Gebeten und Gesängen, 
sowie die Officia beatae virginis Mariae und defunaorum. 

Ursprünglich waren alle Gesänge, Gebete und Lesestücke des 
Officium, welche nicht nothwendig zum Psalter gerechnet werden 
müssen, in besonderen Büchern eingetragen. Aus diesen Officiales 
libri*) zog man in der zweiten Hälfte des Mittelalters dasjenige 
aus, was zum Anschluss an die Psalmen für den täglichen Ge- 
brauch geeignet schien, und so entstand allmählich eine umfang- 



•) Officialis liber kann im Allgemeinen jedes auf das officium be- 
zügliche Buch sein. Amalarius nennt so seine theoretische Arbeit über 
den Gottesdienst: ^Scripsi olim in libello, qui vocatur officialis, de 
tempore Septuagesimae*, womit er das erste Kapitel seines Werkes de 
Ecclesiastico officio meint (Maxima bibliotheca patrum XIV p. 937 A. 
1033 H. Der Titel des Buches hat verschiedene Fassungen: De eccle- 
siasticis officiis, auch de divinis officiis und de ecclesiasticis misteriis divi- 
norum officiorum. Vgl. Bibliotheca Gasinensis III p, 368). Femer heissen 
officiales die bei kirchlichen Verrichtungen gebrauchten Bücher, auch 
Agenden, wie ein Manuale sacramentorum. Im Besonderen sind officiales 
die zum täglichen Gebete, dem officium divinum im engeren Sinne, noth- 
wendigen Bücher, wie jene von Gerbert beschriebene Handschrift: In 
cod. saec. XII. Einsidlensi similem librum ad officium diurnum cum eodem 
titulo inveni. „Incipit liber officialis per circulum annL Capitula de ad- 
ventu Domini. Venite aseendanms etcj''' , . . . (Vetus liturgia Alem. I p. 131; 
vgl. 130—134.) 



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- 22 - 

reichere Sammlung vielgestaltigen Inhalts, welcher jedoch der Name 
Psalterium verblieb. Die Gesang-,- Gebet- und Lesebücher, aus 
welchen der Psalter bereichert wurde, sind die Antiphonarien, 
Lectionarien und CoUectarien. 



I. Aus dem Antiphonarium. 

Diejenigen Theile der gottesdienstlichen Texte, welche ausser 
den Psalmen dem Gesänge zu Grunde gelegt werden konnten, 
wurden schon zu Beginn des Mittelalters in besonderen Büchern 
gesammelt. Während die Psalmen allgemein im Gedächtnisse der 
Sänger hafteten, bedurfte man der schriftlichen Aufzeichnung ftir 
die zahlreichen liturgischen Gesänge, welche dem Vortrag eines 
oder mehrerer Psalmen voran gingen oder folgten. Da schon im 
Urchristenthum, zuerst in der orientalischen Kirche, solche Ge- 
sänge von zwei Chören wechselweise vorgetragen wurden, so kam 
dafür die allgemeine Bezeichnung Antiphona, 'Gegengesang', auf, 
welche sich auch im Abendlande einbürgerte. Insbesondere erhielt 
den Namen Antiphon ein vom Vorsänger angestimmter biblischer 
Vers, wodurch die Tonart des Folgenden angegeben wurde. 

Der Vers hatte aber auch noch eine weitere Bedeutung. Er 
zeigte nämlich an, in welchem Sinne die folgenden Psalmen zu 
singen oder zu lesen seien. Diese Einrichtung war getroffen, um 
dem stets wiederkehrenden Psalmenvortrag eine Beziehung auf die 
einzelnen Tage, Feste, Jahreszeiten zu geben. So legte man also 
einem und demselben Psalm, je nach dem Fest- oder Wochen- 
tage, auf welchen er fiel, einen verschiedenen Grundgedanken 
unter, der jedesmal durch jene biblischen Sätze ausgesprochen war. 
Und diese Sätze, eine Art von Denksprüchen oder Motti, welche 
grösseren Vortragstücken vorausgingen, aber auch folgten, nannte 
und nennt man Antiphonen. Schliesslich blieb diese Bezeichnung 
auch noch an einigen gottesdienstlichen Texten haften, welche 



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- 23 — 

ursprünglich in Verbindung mit Psalmen standen und wirkliche 
Antiphonen waren, später jedoch einzeln verwendet wurden, wie 
die Gesänge zum Offenorium und zur Communion in der Messe. 

Die Antiphonen bildeten einen so hervorragenden und 
charakteristischen Bestandtheil des Gottesdienstes, dass man kirch- 
liche Gesangbücher kurzweg Antiphonarien nannte. 

Antiphonarius (liber)*) oder Antiphonarium oder Antipho- 
nalis, Antiphonale ist eine Sammlung, die ursprünglich Anti- 
phonen enthielt, aber im Laufe der Zeit auch verwandte gottes- 
dienstliche Gesänge, Hymnen und sogar die an den Gesang sich 
anschliessenden Lesungen aufnahm. So bespricht Amalarius in 
seinem Buche über die Ordnung des Antiphonars sowohl Gesänge, 
wie Lesestücke. 

Es gibt zwei Anen von Äntiphonarien. Die für das tägliche 
Officium zum Gebrauche im Chore bestimmten haben seit ihrer 
Einführung zu jeder Zeit Antiphonarien geheissen. Dagegen nennt 
man eine zweite Art, die für den Altardienst, zur Feier der Messe, 
eingerichtet ist, etwa seit dem 12. Jahrhundert vorwiegend Gra- 
duale (Gradale), während im früheren Mittelalter letzteres Won 
eine b^chränktere Bedeutung haue. Amalarius sagt darüber (de 
ordine antiphonarii, prologus): notandum est volumen, quod nos 
vocamus Antiphonarium, tria habere nomina apud Romanos. Quod 
dicimus Gradale illi vocant Cantatorium: qui adhuc juxta 
morem antiquum apud illos in aliquibus Ecclesiis in uno volu- 
mine continetur. Sequentem panem dividunt in duobus nomini- 
bus: Pars, quae continet responsorios , vocatur Responsoriale, 
et pars, quae continet antiphonas, vocatur Antiphonarius. Ego 
secutus sum nostrum usum et posui mixtim responsoria et anti- 



*) Bezeichnend sind die Worte des Johannes Diaconus über die 
Antiphonensammlung Gregors des Grossen: 'Antiphonarium centonem 
Cantorum studiosissimus nimis utiliter compilavit'. (Sancti Gregorii Opera. 
Paris 1705. IV i, columna 47.) 



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— 24 — 

phonas secundum ordinem temporum, in quibus solemnitates 
nostrae celebrantur (Maxima bibliotheca patrum XIV p. 1033 ^O- 
Man sieht hieraus, dass im 9. Jahrhundert zu Rom nach einem 
alten Brauche die Gesänge zum Graduale, das heisst zu dem- 
jenigen Theile der Messe, welcher auf die Epistel folgt, einen 
besonderen Band bildeten, wenigstens in einigen Kirchen der 
Stadt. Der Band hiess in hervorragender Weise 'Gesangbuch', 
cantatorium, weil gerade für den Antwortgesang nach der Epistel 
die Bezeichnung ' Cantus' in vorzüglichem Sinne galt. Mit diesem 
Gradualgesang wurden nun später die übrigen Gesänge zur Messe 
(Introitus, Alleluia, Versus, Traaus für die Zeit von der Septua- 
gesima bis Ostern, OfFertorium, Communio) vereinigt, und das 
Ganze erhielt von seinem ältesten Bestandtheile, dem Gradual- 
gesang (abgekürzt grad'. oder grd'), den Namen Graduale. 

Es kam vor, dass Antiphonarien für die kanonischen Stunden 
zum bequemeren Gebrauche in zwei Theile zerlegt wurden, in 
einen für den Tagesdienst (Antiphonarius liber de die) und einen 
für die Nacht (de noae). Diese Einrichtung fand Amalarius im 
Kloster Corbie vor: inventa copia Antiphonariorum in monasterio 
Corbien . id est, tria volumina de noaurnali officio et quartum, 
quod solummodo continebat diumale (de ordine antiphonarii, pro- 
logus, Maxima bibliotheca patrum XIV p. 1032 F.). 

Viele der eingetragenen Gesangstücke kommen im Gottes- 
dienste wiederholt vor, und es lag nahe, wenigstens das Alltägliche 
mit dem täglich gebrauchten Psalter zu vereinigen. Daher finden 
sich die im Folgenden aufgezählten Gesangstücke aus dem Anti- 
phonar zu den Psalmen übergeschrieben. 

Antiphonae. 
Die Abkürzungen dafür sind: antipho., antiph'a., anti., anthä., 
anth., am., an., au und ane (antiphonae). 

Wenn nach der Antiphon eine der Zahlen I bis VIII steht, 



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— 25 — 

so bedeutet dieselbe den Ton oder die Tonart, in welcher intonirt 
wird. Anders verhält es sich mit dem Alleluia, bei welchem die 
Zahl anzeigt, wie oft es zu sprechen ist. 

Invitatoria. 

Das Invitatorium ist eine besondere Art der Antiphonen, und 
wird auch von Amalarius und Andern geradezu Invitatoria anti- 
phona genannt.*) Den Namen hat es von seinem Inhalt: In eo 
communis coetus fratrum convocat omnes degentes undique, ut 
excitentur et veniant ad confitendum Domino.**) 

Zur Aufnahme in den Psalter waren die Invitatorien wegen 
ihrer Verbindung mit Psalmen und ihrer häufigen Wiederkehr be- 
sonders geeignet. Sie werden durch folgende Abkürzungen be- 
zeichnet: invitat\, invita., invit*., invit. 

Responsoria. 
Das Responsorium, ursprünglich Psalmus responsorius, auch 
responsum genannt, enthält diejenigen Worte der heiligen Schrift 
oder aus dem Leben der Heiligen, welche der Chor gewisser- 
maassen als Antwort auf die vorhergehende Lesung singt. Die 
Zahl der Responsorien ist bedeutend und veranlasste, dass die Ge- 
sangbücher, statt Antiphonarien, auch Responsorialia (Responso- 
naria, Responsoria, Responsalia) genannt wurden. So berichtet 
Amalarius:' invenimus scriptum de auaoritate Adriani Apostolici: 
In nomine Domini nostri Iesv chr. incipit responsoriale de cir- 
culo anni temporibus ter beatissimi et Apostolici Domini Adriani 
Papae (Hadrian I. 772—795) per Indictionem septimam. Item in 
fine:Hoc opus summus reparat Pontifex Dominus Adrianus sibi 
memoriale per secla.***) 

*) Amalarius, De ordine antiphonarii 69. (Maxima bibliotheca pa- 
trum XIV p. 1058 B.) 

**) Amalarius, De ecclesiasticis officiis IV 9. (Maxima bibliotheca 
patrum XIV p. loio G.) 

***) De ordine antiphonarii, prologus. (1. c. p. 1033 G H.) 



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Der Name klingt wie eine Uebersetzung von Antiphonarium 
und ist es auch vielleicht, obwohl ein Unterschied zwischen der Anti- 
phon mit ihrem wesentlich einleitenden oder doch begleitenden und 
erklärenden Charakter und dem Responsorium mit seiner abschlies- 
senden Bedeutung besteht. Letzteres ist eine italische Erfindung 
und hat sich nicht etwa aus den Antiphonen entwickelt. 

Bezeichnet wird es durch: responsori., responso., respos., 
respon., respo., resp., n». 

Versus. 
Unter Versus (versiculus, Versikel) versteht man kurze Sprüche, 
welche der heiligen Schrift, besonders den Psalmen entnommen 
sind und als vermittelnde Glieder oder als Einleitung oder Schluss 
der übrigen Gesang- und Gebetstücke dienen. Sie werden be- 
zeichnet: vfus., yfa., vers*., vers., ver.,.^»., V. 

Hymni. 
Eine bedeutende Zahl von Hymnen, das heisst religiösen 
nichtbiblischen Gedichten, hat Aufnahme in den Psalter gefunden. 
Ursprünglich wurden sie als geschlossene Sammlung in einen An- 
hang verwiesen, Gerbert beschreibt das gegenseitige Verhältniss 
so: Cantica solent (psalteriis) subdi cum symbolo, quod Atha- 
nasio tribuitur, atque symbolum apostolicum et oratio dominica 
passim in ejusmodi psalteriis habentur. Rhenaugiense inscriptum 
est Incipit corpus Christi Säphariacum, id est liber cartninum, Ubi 
post psalterium sequuntur hymni : quae ut mox vidimus, non raro 
iungi solebant, cum alias distincti essent libri de quibus modo 
egimus officiaUs, Aehnliche Anordnung fand sich in Reichenauer 
und St. Galler Handschriften. (Vetus liturgia Alem. I p. 135. 132. 
133.) Im Bücherverzeichniss des Klosters Muri aus dem 12. Jahr- 
hundert kommen vor: XIII psalteria, duo ex his habent ymnos. 
Für Chorbücher von Bordeaux war, wie oben gesagt, besonders 



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— 27 — 

vorgeschrieben, dass dem Psalterium mit dem Feriale auch die Hymni 
totius anni beizugeben seien. Von der hiermit bezweckten Ein- 
richtung können wir uns eine Vorstellung machen durch eine 
Psalter-Redaction des 17. Jahrhundens, deren Titel, zugleich eine 
Art von Inhaltsangabe, lautet: Psalterium Romanum, sacro- 
sanai consilii Tridentini Decreto Restitutum, Ex Breviario Romano 
nuper restituto; k aemente VIIL & Urbano VIII. Pontif. Max. In 
quo Hymni, Psalmi, Inuitatoria, Antiphonae, Officium Defunaorum, 
& multa alia pro diebus Feftiuis, ac Ferialibus neceffaria, disposita, 
& notata inveniuntur, quae hactenus k multis defiderabantur. Ac- 
ceffit nouiffime accurata mendorum expurgatio, quae in praeceden- 
tibus Editionibus irrepserant. Quae omnia recens accuratiüs ordinata 
funt jussu. S. D. N. P. Clementis X. Lugduni, Sumptibus Societatis 
Bibliopolarum. M. DC. LXXI. Cum Approbatione et Permissu. 
Das Buch bietet die vollständig durchgeführte Umstellung 
der Psalmen mit eingelegten Gesängen und Gebeten nach den 
kanonischen Stunden der Sonn- und Werktage. Das Feriale, der- 
jenige Abschnitt, welcher den Dienst für die Werktage enthält, be- 
ginnt Seite 47. In demselben sind die Ferialhymnen den Ferial- 
psalmen beigegeben, dagegen sind die Hymni totius anni in einen 
Anhang verwiesen. Eine vollständige Trennung des Feriale von 
den Sonntagen ist indessen nicht eingetreten, weil dieselben Hymnen 
zuweilen an Sonn- und Festtagen, wie an Wochentagen, wenn 
auch in anderer Melodie, gesungen wurden. Es befinden sich fast 
nur solche Hymnen in dem Buche, die von der Kirche anerkannt 
waren. Mit geringen Abweichungen von obigem Psalter ist die 
kirchliche Anordnung folgende: 

I. Psalterium et Feriale. 

1. Dominica: ad Matutinum. Primo die quo Trinitas. 

2. „ „ „ Nocte furgentes vigilemus omnes. 

3. „ „ Landes. Aeterne rerum Conditor. 

4. „ „ „ Ecce jam noctis tenuatur umbra. 



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— 28 — 



5. 


Dominica: 


ad Primam. 




6. 


Feriale officium: 


ad Primam. 


7. 


Dominica 


et Feriale officium: ad Tertiam. 


8 


1? 


11 11 


11 


„ Sextam. 


9- 


t^ 


11 11 


n 


„ Nonam. 


lO. 


Feriale officium: 


fer. II. ad Matutinum. 


II. 


91 


11 


11 ^"f 11 


Laudes. 


12. 


11 


11 


„ iii. „ 


Matutinum. 


13- 


11 


11 


11 ^1 11 


Laudes. 


14. 


11 


11 


„ IV. „ 


Matutinum. 


15- 


11 


^1 


11 11 J^ 


Laudes. 


16. 


11 


11 


V 

11 ^ * V 


Matutinum. 


17. 


y^ 


11 


11 11 u 


Laudes. 


18. 


^^ 


j^ 


„ VI. „ 


Matutinum. 


19. 


11 


11 


11 1» 11 


Laudes. 


20. 


11 


11 


Sabbato ad Matutin. 


21. 


11 


11 


11 


„ Laudes. 


22. 


Dominica: 






„ Vesperas. 


23. 


Feriale officium: 


fer. IL 


11 11 


24. 


^^ 


n 


1, III. 


t^ ^^ 


25. 


ii 


11 


. IV. 


j^ ^^ 


26. 


'1 


11 


1, V. 


11 11 


27. 


11 


11 


„VI. 


11 V 


28. 


■ 11 


11 


Sabbato „ „ 


29. 


Dominica 


et Feriale officium „ Complet. 



Jam lucis orto fidere. 

n 11 • 11 11 
Nunc fancte nobis Spiritus. 
Reaor potens, verax Deus. 
Rerum Deus tenax vigor. 
Somno refectis artubus. 
Splendor paternae gloriae. 
Consors paterni luminis. 
Ales diei nuntius. 
Rerum Creator optime. 
Nox, et teneljrae, & nubila. 
Nox atra rerum contegit. 
Lux ecce surgit aurea. 
Tu trinitatis unitas. 
Aeterna caeli gloria. 
Summae Parens clementiae. 
Aurora jam spargit polum. 
Lucis Creator optime. 
Immense caeli Conditor. 
Telluris alme Conditor. 
Caeli Deus fanctissime. 
Magnae Deus potentiae. 
Hominis fuperne Conditor. 
Jam sol recedit igneus. 
Te lucis ante terminum. 



II. Hymni totius anni. 

30. De Adventu. Creator alme fiderum = Conditor alme. 

31. Verbum fupernum prodiens, E Patris. 

32. En clara vox redarguit = Vox clara. 

33. In Nativitate Domini. Christe redemptor omnium Ex patre. 

=JesuredemptoromniumQuemlucis. 



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— 29 



34- 

35- In festo Innocentium. 

36. 

37. De epiphania Domini. 

38. 

39. In Quadragesima. 

40. 

41. 

42. InSabbato ante Dominicam Passionis. 

43- 
44. 

45. Tempore Paschali in Dominicis. 

46. 

47. 

48. In Ascensione Domini. 

49. 

50. In festo Pentecostes. 

5i. 

52. 

53. In festo Trinitatis . n. 20 und 

54. In festo Corporis Christi. 

55. 
56. 



A solis ortus cardine. 

Audit tyrannus anxius. 

Salvete flores Manyrum. 

Crudelis Herodes, Deum = Hostis 

Herodes. 
O sola magnarum urbium. 
Audi benigne Conditor. 
Ex more docti mystico. 
O sol salutis, intimis = Jam Christe sol. 
Vexilla Regis prodeunt. 
Pange lingua gloriosi Lauream. 
Lustra fex qui jam peregit = Lustris sex. 
Ad regias agni dapes = Adcoenam agni. 
Rex sempiterne caelitum. 
Aurora caelum purpurat. 
Salutis humanae fator = Jesu nostra 

redemptio. 
Aeterne Rex altiffime. 
Veni, Creator spiritus. 
Jam Christus aftra ascenderat. 
Beata nobis gaudia. 
Tu trinitatis unitas. 
Pange lingua gloriosi Corporis. 
Sacris folemnijs junaa sint gaudia. 
Verbum fupernum prodiens, Nee Patris. 



(Hymni Sanaorum totius anni.^ 



5?. In festo Cathedrae S. Petri. 

58. 

59. In festo Conversionis S. Pauli. 

60. In festo Purificationis B. Mariae. 



Quodcunque in orbi nexibus revinxeris. 
Jam bone pastor Petre = Beate, Pastor 

Petre, zu Aurea luce. 
Doaor egregie Paule, zu Aurea luce. 
Ave maris ftella. 



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6i. 
62. 
63. In festo S. Michaelis. 



64. 

65. In festo Johannis Bapt. 

66. 

67. 

68. In 

69. 



Quem terra, pontus, fidera. 

O gloriosa domina. 

Te fplendor, et virtus Patris = Tibi 

Christe splendon 
Christe fanctorum decus Angel. 
Ut queant laxis resonare fibris. 
Antra deserti teneris süb annis. 
O nimis felix, meritique celsi. 
festo SS. Petri et Pauli, n. 58 und Beate Pastor Petre, clemens accipe, zu 

Aurea luce. 
Decora lux aeternitatis, auream, zu 

Aurea luce. 
Egregie Doaor Paule, mores instrue. 
Pater fuperni luminis. 
Maria castis oculis =Nardo Maria, zu 

Magno salutis. 
Summi Parentis unice = Aeterni Patris 

unice. 
Miris modis repente liber, ferrea = 

Petrus beatus catenarum. 
Quicumque Christum quaeritis. 
Lux alma Jesu mentium, zu Amor Jesu 

dulcissime. 
Placate, Christe, fervulis, zu Christe 

redemptor, omniurii Conserva. 
Salutis aeternae dator = Jesu salvator. 



70. 


s. n. 59. 


71- 


In festo S. Mariae Magdalenae. 


72. 




73. 




74- 


In festo S. Petri ad Vincula. 


75. 


In festo Transfigurationis Domini. 


76. 




77. 
78. 


In festo Omnium Sanctorum. 



(Commune sanctorum.) 

79. In festo Apostolorum et Evangelistarum. Exultet orbis gaudiis. 

80. Aeterna Christi munera. 

81. Tristes erant Apostoli. 



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- 31 - 

82. Paschale mundo gaudium = Claro pa- 

schali. 

83. In festo unius Martyris. - Deus tuorutn militum. 

84. Inviae Martyr, unicum = Martyr Dei. 

85. In festo plurium Martyrum. Sanaorum meritis inclyta gaudia. 

86. Aetema Christi munera. 

87. Rex gloriose Martyrum. 

88. In festo Confessorum. Iste confessor Domini, colentes. 
Sq. Jesu Redemptor omnium, Perpes. 

90. Jesu Corona celsior. 

91. In festo Virginum. Jesu Corona virginum. 

92. Virginis proles, opifexq, matris; 

93. In festo nee Virginum nee Martyrum. Fortem virili pectore. 

94. • Huius oratu Deus ahne nobis = Huius 

obtentu. 
^5. Commune dedicationis ecclesiae. Caelestis urbs Jerusalem. 

Abkürzende Bezeichnungen für die Hymnen sind: hymn., 
hymn=»., ymn«., hy«., h«. 



2. Aus dem Lectionarium. 

Lectiones. 
Die Leaiones sind Lesestücke aus der heiligen Schrift, den 
Vätern (besonders Homilien, Sermonen) und aus dem Leben der 
Heiligen. Ursprünglich las man aus den Volumina des Alten und 
Neuen Testamentes selbst. Noch in einer Handschrift des 10. Jahr- 
hunderts auf Monte Cassino ist eine Anweisung zu finden, wie die 
einzelnen Theile der Bibel in der Römischen Kirche zur Lesung auf- 
zulegen seien: Ordo qualiter ponendi sunt Codices et legendi in sancta 
Romana aecclesia. In primis ad nocturnum in septuagesima ponen- 
dus est eptaticus (Heptateuch) usque qüimum dicimum diem ante 
pascha. In XV die ante pascha ponendus est hieremia propheta 



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usque in pascha .... (folgt eine ausführliche Leseordnung. Biblio- 
theca Casinensis IV p. 26). 

Spätestens seit dem 5. Jahrhunden bediente man sich eines 
Verzeichnisses, worin die Lesestücke nach den Zeiten des Kirchen- 
jahres angegeben waren. Es ist dies der sogenannte Comes, als 
dessen Verfasser Hieronymus gilt und den Alcuin auf Befehl Karls 
des Grossen, später Theotinchus einer Recension unterzog. Es 
lag nahe, dass man zur Erleichterung des Altardienstes und des 
Stundengebetes die Lesestücke nach der Ordnung des Kirchen- 
jahres aus der Bibel, den Werken der Väter, den Martyrologien 
(Passionalien, Heiligenleben) in besondere Bücher einschrieb und 
zwar getrennt, je nachdem ein solches Buch für den täglichen 
Gebetdienst oder für die Messe bestimmt war. Indessen hatte 
jede derartige Sammlung den allgemeinen Namen Lectionarius 
(liber) oder Lectionarium, Leaionalis, Leaionale. 

Die Leaionarien für den Gebetdienst hatten einen gewaltigen 
Stoff zu umfassen, da aus den verschiedensten Quellen, sowohl aus 
den heiligen Schriften, wie aus den Kirchenvätern und der Legenden- 
Litterat u'r, grosse und kleine Abschnitte in dieselben eingetragen 
wurden. Um sie handlich zu machen, theilte man sie zuweilen 
in verschiedene Bände je nach den Gebrauchszeiten. So im Kloster 
Muri: sunt et hie quinque nocturnales libri, quorum primus habet 
tantum lectiones ab adventu Domini usque ad pascha, secundus 
autem a pasca (sie) usque ad adventum Domini, tertius vero habet 
tantum lectiones de sanctis per circulum anni, alii duo pleniter 
scripti sunt (Catalogi bibliothecarum antiqui coli. G. Becker p. 252). 
Ausserdem gab es besondere Bücher für die einzelnen Gattungen 
der Lesestücke. 

Als zusammengehörig finden wir in grosse Corpora vereinigt 
die periodischen Lesungen der Evangelien mit den entsprechenden 
Homilien, Sermonen und Erklärungsschriften der Väter. Nach 
ihrem hervorstechenden Inhalte tragen solche Bücher zuweilen die 



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— 33 — 

kurze Aufschrift Homiliae (Omeliae) SS. Patrum oder wurden 
Homiliaria (von homiliare und homiliarium) und Postilla genannt. 
Die einzelnen Homilien werden oft bezeichnet: omelia. omeP. 
omr. omF. ome. oF. Eine schöne und eingehende Beschreibung 
von Homilien - Handschriften, in welchen erklärlicher Weise 
auch nicht-eVangelische Theile der heiligen Schrift, sowie Passiones 
Sanctorum und Responsoria vorkommen, findet man in der ßiblio- 
theca Casinensis III p. i— 75. 

Von Bedeutung war namentlich jenes Lesebuch, welches der 
Diakon Paulus auf Befehl Karls des Grossen zusammenstellte. 
Man sieht in diesem Diakon den Paul Warnefried. Sein Werk 
wurde ebenfalls nach dem Hauptinhalte Homiliarium genannt und 
ist durch Abschriften, dann durch Drucke verbreitet worden. Eine 
kostbare zweibändige Handschrift desselbeii beschreibt Mabillon in 
den Vetera Analecta (Paris 1723) p. 18. Davon liegt ein Band vor 
im Augiensis XXIX, jetzt zu Karlsruhe, während der zweite Band, 
wohl von anderer Hand geschrieben, sich nicht sicher mit einem 
der übrigen Karlsruher Leaionarien identificiren lässt. 

Ferner erhielten sich, schon ihrer Bedeutung für belehrende 
und erbauende Leetüre wegen, die aus den alten, einfachen Martyro- 
logia entstandenen grossen Sammlungen der Heiligengeschichte 
als selbständige Werke neben den Auszügen, welche aus denselben 
für die tägliche Lesung gemacht wurden. Solche umfangreiche 
Mariyrologia haben oft den zutreffenden Titel: Vitae Sanctorum, 
auch Vitae et obitus Sanctorum, Passiones et vitae Sanctorum, 
wovon die ßibliotheca Casinensis III p. 253 — 315 Beispiele bietet. 

Einfacher waren die Lesebücher für die Episteln und Evan- 
gelien zur Messe. Waren die Episteln besonders zusammen ge- 
schrieben, dann hiess die Sammlung in besonderem Sinne Lectio- 
narius, auch Apostolus, Epistolare oder Epistolarium. So der 
Codex Casinensis CCXXIV aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts: 
Epistolarium secundum morem nigrorum monachorum congre- 

3 



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— 34 - 

gationis Casinensis alias Sancte Justine, als dessen Inhalt angegeben 
wird: Epistolae totius anni in Dominicis, feriis festivitatibusque 
Sanctorum decantandae, nee non de comniuni Sanctorum et 

aliaruih Missarum Montfauconius hunc codicem sub eodem 

numero sie reeenset: Epistolae per annum, (Bibliotheea Casi- 
nensis IV p. 2IO.) 

Zwei Mess-Lectionarien des Klosters Muri werden im 1 2. Jahr- 
hundert so besehrieben: duo lectionarii, unus eum leetionibus 
habet et ewangelia (Catalogi bibliothecarum antiqui eolL G. Beeker. 
p. 25i). Allgemeiner bekannt sind, namentlieh dureh ihre oft kost^ 
bare künstlerisehe Ausstattung, die mittelalterlichen Einzelsamm- 
lungen der Evangelien, die sogenannten Evangeliaria oder Evan- 
gelistaria. In dem eben erwähnten Büeherverzeichniss von Muri 
ist der Name ewangelieus liber gewählt. 

Für eine vollständige Sammlung aller Episteln und Evan- 
gelien des Kirehenjahres hatte man noeh den allgemeinen und 
daher mehrdeutigen Naman Plenarium, was hier so viel ist, wie 
Lectionale plenarium* Im Laufe der Zeit verlor das Adjeetiv 
Plenarium aber auch noeh die ihm eigene Wortbedeutung, und 
es wurde schlechtweg zur Bezeichnung eines Buches für die 
heiligen Lesungen gebraucht, ohne dass die Vollständigkeit des 
Inhalts dabei Vorbedingung gewesen wäre. Von dieser Art ist 
ein kleiner Leetionarius zu Karlsruhe aus dem 13. Jahrhundert, mit 
der Signatur: Augiensis LIV, auf dessen erstem Blatte das Won 
Plenarium eingeschrieben ist, während im Klosterkataloge dieselbe 
Handschrift Leaionale genannt wird. 

Von den zahlreichen Lectiones konnten nur wenige in das 
Psalterium übergehen, nämlich kleinere, öfter wiederkehrende. 
Es kommen nämlich unter dem Namen leaio Stücke aus der 
heiligen Schrift vor, die nicht sowohl belehrenden und erbauenden, 
als vielmehr gebetartigen Charakters sind. Sie unterscheiden sieh 
daher nicht wesentlich von den Capitula, über welche der nächste 



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— 35 — 

Abschnitt handelt. Solche lectiones findet man mit Benedictionen 
und Responsorien im Antiphonarium eingetragen, wie zum Bei- 
spiel der von Nicolle Paris zu Troyes i545 gedruckte Antipho- 
nariüs ad morem insignis Ecclesie Cisterciensis eine Abtheilung 
folgenden Inhalts hat: Lectione.s et responsoria privatis diebus a 
trinitate usque ad festum omnium sanctorum ad nocturnos. Die- 
selben Leaionen sind in handschriftlichen Psaltern des Klosters 
Lichtenthai eingeschrieben. 

Zur Bezeichnung der Lectionen dienen die Abkürzungen: 
lecto. lect. Ic5. V, 



3. Aus Gebetsammlungen (Orationarien, Collectarien). 

Capitula. 
Das Capitulum (capitellum) ist eine kurze lectio, aus der 
heiligen Schrift entnommen (z. B. aus den Psalmen: capitellum de 
psalmis), und heisst daher auch wohl lectiuncula, lectio brevis. 
Derartige gebetähnliche Lesungen eigneten sich wegen ihres ge- 
ringen Umfanges und ihrer Verwendung im Stundendienste zu 
besonderen Sammlungen in Verbindung mit den kleineren Gebeten, 
und daher finden wir in Handschriften Capitula zusammen gestellt 
mit Orationes. Die Abkürzungen für Capitulum sind: capit. capl'm. 

Gebete und BittsprUche. 

CoUeaae, Orationes, Preces, Commemorationes (selten Memo- 
riae genannt), Suffragia Santtorum, Absolutiones et benedictiones 
sind die Namen von Gebetsformen, sowohl im Officium, wie in 
der Messe. Sammlungen solcher Gebete fand man im CoUectarius 
(liber). 

Collecta ist ein allgemeiner Ausdruck, wohl dadurch entstan- 
den, dass oft, besonders in der Messe, mehrere kleinere Gebete 
aneinander gereiht werden und innerlich zusammen hängen. Im 
Wesentlichen ist Collecta ein Gebet, gerade wie Oratio. Auch 

3* 



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— 36 — 

unter Preces versteht man im Allgemeinen Gebete, die zu ver- 
schiedenen Stunden gesprochen werden; doch hat das Wort auch 
zw^ei besondere Bedeutungen: i. Bittsprüche vor dem eigentlichen 
Gebete; 2. Schlussgebet des Vorstehers im Chore.*) 

Diejenigen Gebete, in welchen die Bedeutung des Tagesfestes, 
der Name des gefeienen Heiligen 'erwähnt' wird, sowie das für- 
bittende Gedächtniss Lebender und Verstorbener, heissen Comme- 
morationes; insofern es Anrufungen der Heiligen sind, auch Suf- 
fragia (Sanctorum). 

Vor den Lectionen traten noch Gebetsprüche ein, die Abso- 
lutiones und Benedictiones heissen,**) 

Dem Psalterium werden nur zuweilen Sammlungen von all- 
gemeinen oder häufiger vorkommenden Gebeten beigegeben unter 
den Titeln: Commemorationes (communes et propriae), Collectae 
(communes et propriae), SufFragia, Benedictiones. Wenn den Col- 
lectae Buchstaben beigeschrieben sind (a, b, c, . . . A, B, C . . .), so 
wird damit auf den Kalender verwiesen, indem sich dort dieselben 

*) Es wird den Liturgikern oft unmöglich, die verschiedenen Be- 
zeichnungen für die Gebete des Gottesdienstes auseinander zu halten. 
Eine Rubrik bei Durandus im Rationale divinorum officiorum lautet: 
'De oratione seu collecta' (im 4. Buche). Gavanti sagt I p. 24: Oratio 
et collecta idem. Die Erklärung des Wortes : 'quod ex divinis Scripturis 
colligatur Oratio' ist hinfällig; denn auch ein grosser Theil der übrigen 
Texte ist dorther gesammelt. Bezüglich der Preces im Brevier sagt 
Gavanti (II p. 95): Preces hoc loco sunt aliqui Versus, qui aliquando 
dicuntur ante Orationem incipientes a kyrie eleison^ vel a Pater noster] (p. 96) : 
Docet Hugo lib. 2. de Offic. cap. 4. in his Precibus ferialibus contineri 
modos omnes orandi, quos enumerat Apostolus I. Timoih, 2. — Du Gange 
s.v. Preces: Orationes, quas is qui clero vel monachis praeest, finito et 
expleto quolibet canonico officio publice et voce altiori recitat.' 

**) Auch diese Worte sind mehrdeutig. Die Art von Gebeten, welche 
darunter verstanden wird, gibt Gavanti an (II p. 81.): Absolutio] simul 
cum Oratione Dominica praecedenti petimus . . , mundari corda et Cor- 
pora nostra ad audiendum verbum Dei in Lectionibus. — Dicerem, ab- 
solutiones appellari, sumpta denominatione a nobiliori quae dicilur in 
tertio Noctumo, in qua sunt ea verba, A vincuHs peccatorum nostrorum ab- 
solvai nos. — Lector petit benediciionem. 



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— 37 — 

Buchstaben bei denjenigen Tagen wiederholen, an welchen die 
betreffenden Gebete zu sprechen sind. 

Abkürzungen für Gebetsformen sind: 
coUcä. coll'a. coir. col. (coUecta). 
commemor. cömeo. cöme* cö. (commemoratio). 
, oro. (oratio), 
pces. (preces). 



III. 

Übersicht der liturgischen Bücher in der abend- 
ländischen Kirche. 

Für die Hauptmasse der Gesänge, Gebete und Lesungen zu 
den einzelnen Festen oder Zeitabschnitten des Kirchenjahres hatte 
man neben dem Psalter besondere Bücher nachzuschlagen. Wenn 
der Gebetdienst im Chore verrichtet wurde, so war die Ver- 
theilung der Texte und Gesänge in verschiedene Bücher zweck- 
mässig. Denn der Sänger musste eine übersichtliche Zusammen- 
stellung der ihm zufallenden Stücke haben, während dem Vorleser 
seine Leseabschnitte ebenfalls in eigener Ordnung vorlagen. Letztere, 
verlieren ihren Charakter als Lectiones nicht, auch wenn sie bei 
feierlichem Gottesdienst in einer dem Gesänge nahe kommenden 
Recitation vorgetragen werden, so Epistola, Evangelium, Sym- 
bolum, Orationes, Martyrologium (im Sinne von Sermo de Martyri- 
bus). Es heisst daher mit nur scheinbarem Widerspruche zum 
Beispiel: cantantur Lectiones tertii Nocturni . . . Martyrologium 
pridie Nativitatis Domini solemnius cantatur . . .*) Für die Messe 
insbesondere werden die Ausdrücke Cantare et dicere Missam oft 



*) Gavanti II p. 205. 206. 



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als gleichbedeutend angewendet. Streng durchführen Hess sich 
die Trennung in Gesang- und Lesebücher nicht, weil der Zu- 
sammenhang des Gesungenen und Gesprochenen diirch Einträge 
deutlich gemacht werden musste. Aber nach dem vorwiegenden 
Inhalte stellen sich als Gesangbücher dar: Antiphonarien, Gra- 
dualien, Hymnarien, Sequentiarien, Troparien*), als Gebet- und 
Lesebb eher: CoUectarien, Orationarien, Passionalien oder Marty- 
rologien, Legendarien (Legenda), Lectionarien, Epistolarien, Evan- 
geliarien. 

Als man nun in der zweiten Hälfte des Mittelalters für die 
Bedürfnisse des einzelnen Priesters, der keine Amtsgenossen zur 
Seite hatte, mehr zu sorgen begann, vereinigte man alle nothwen- 
digen Gebet-, Lese- und Gesangstücke in die bereits erwähnten zwei 
Hauptbücher. 

Für den täglichen Gebetdienst, Officium divinum, w^urde ein 
Breviarius liber oder Breviarium angelegt. Die stets wiederkehren- 
den Abschnitte, die wir im Psalterium kennen gelernt haben, blieben 
in einer allgemeinen Abtheilung dieses Handbuches vereinigt und 
behielten auch hier den Namen Psalterium, zuweilen mit dem 
Zusatz feriatum. 

Was dagegen nach den Zeiten des Kirchenjahres wechselte^ 
wurde in besondere Abtheilungen eingetragen, mit Verweisungen 
auf diejenigen Stücke, welche aus dem Psalter zu entnehmen waren. 
Diese besonderen Abtheilungen werden als Ganzes ebenfalls Bre- 
viarium im engeren Sinne genannt (oben S. i8 und 43. 49. 5o). 

Der Name Breviarium soll offenbar ein kurzes Hauptbuch 
bezeichnen, worin alles Nothwendige zu finden ist. Schon der 



*) Letztere drei Specialsammlungen für Hymnen, Sequenzen und 
Tropen. Während 'Hymnus', 'Sequenz' allgemeiner bekannte Worte 
sind, ist Tropus in der lateinischen Kirche eine weniger übliche Bezeich- 
nung für poetische Einschaltungen in den Text der Messe. Der Tro- 
parius über der Lateiner hat also nichts mit dem TgomeQioy der Griechen 
gemein. 



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~ 39 - 

Micrologus, dem Bischof Ivo von Chartres (f 1 1 16) zugeschrieben, 
gebraucht das Wqrt: Evangelium Egressus Jesus, sicut etiam in 
antiquis ßreviariis ordinatum reperimus. Aus diesen Worten muss 
man nicht nothwendig schliessen, dass die Bücher von Alters her 
schon Breviarien genannt wurden. Der Verfasser kann auch die 
alten Kirchenbücher nach dem Sprachgebrauche seiner Zeit als 
Breviaria bezeichnen. Gerbert ist indess geneigt, den Gebrauch des 
Wortes mehr als eiii Jahrhundert weiter hinaufzurücken.*) 

Das zweite Hauptbuch hat ebenfalls der kirchlichen Sorge 
für di^w Einzelpriester seinen Ursprung zu verdanken. Es ist die 
Sammlung aller zum Messopfer erforderlichen Texte aus dem 
Sacramentarium, Antiphonarium (Graduale), Lectionarium(Epistolare, 
Evangeliarium), Collectarius oder Orationarius. Diese Sammlung 
erhielt den allgemeinen, auf jedes Ritualbuch zur Messe anwend- 



*) Micrologus c. 28, Maxima bibliotheca patrum XVIII p. 481. 
Gerbert, Vetus Liturgia Alem. III p. 797. Das Alter der Breviarien Hesse 
sich nur durch umfassendste Untersuchungen der Handschriften feststellen; 
denn durch das Vorkommen des Wortes, welches antik ist, kann nichts 
bewiesen werden. Es kann sich auch nur um solche liturgische Bücher 
handeln, in welchen alle Lectionen, Orationen, Hymnen, Responsorien, 
Versus, Antiphonen auf die Feste des Herrn und der Heiligen, und zwar 
nach den kanonischen Stunden vertheilt erscheinen, nicht aber als geschlossene 
Lectionen-, Gebets-, Hymnen- und Antiphonen-Sammlungen nur Uusser- 
lich in einen oder mehrere Bände zusammen gebunden sind. Im Allge- 
meinen nannten nämlich die Klosterbibliothekare auch eine Sammlung 
einzelner Lesestücke, wenn diese abgekürzt waren, Breviarium, z. B. den 
Codex Casinensis CX : 'Breviarium magnum, et re vera lectiones Sacrae 
Scripturae, homiliae Sanctorum Patrum, Vitae Sanctorum saepe abbre- 
viantur in Codice' (Bibliotheca Casinensis III p. i). Binterim setzt die 
Aufnahme des Wortes Breviarium für ein Officienbuch sehr spät hinab, 
nämlich in das 13. Jahrhundert. Er nimmt an, dass die Franzifkaner, 
insbesondere der dritte Orden, den Namen Brevier aufgebracht hätten 
für ihr kürzeres Römisches Officium, im Gegensatze zu dem sonst üblichen. 
Damit stimmen jedoch seine eigenen Vermuthungen über den Ursprung 
der Breviere nicht überein. Denn er glaubt, dass sie durch Einträge des 
Tagzeitendienstes in Rubrikenbücher (Directoria) entstanden seien, auch 
Plenarien geheissen und im 11. Jahrhundert mehrere Theile gehabt hätten 
(Denkwürdigkeiten IVi S. 308, dagegen S. 239—240). 



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— 40 — 

baren Namen Missalis (über) oder Missale, worunter aber nunmehr 
ein vollständiges, alles Noth wendige umfassendes Messbuch, ein 
Missale plenarium verstanden wurde. 

Im allgemeinen Sinne wurde das Wort Missalis schon im 
früheren Mittelalter, als gleichbedeutend mit Sacramentarium, für 
dasjenige Buch verwendet, welches die vom messelesenden Priester 
am Altare vorgetragenen Gebete, Praefationen, ferner auch Gebete 
zu anderen Sacramenten enthielt. Die Römische Kirche gebrauchte 
nämlich in alter Zeit hauptsächlich drei Bücher: 

1. Sacramentarius oder Sacramentarium (Sacramentale, Liber 
sacramentorum = Missalis = Liber mysteriorum). 

2. Lectionarius (Lectionarium), woraus die Episteln und Evan- 
gelien vorgetragen wurden. 

3. Antiphonarius (Antiphonarium) für die Gesänge (Anti- 
phonae, Tractus, Gradualia, Responsoria, Versus). 

Die erste Gattung finden wir unter dem Namen von Missalien 
im Inventar des Klosters St. Riquier vom Jahre 831: 'De libris 
sacrarii, qui ministerio altaris deserviunt. — missales Gregoriani 
tres. — missalis Gregorianus et Gelasianus modernis temporibus 

ab Albino ordinatus I. missales Gelasiani XIX. Die zweite 

Gattung daselbst: lectionarii epistolarum et evangeliorum mixtim 
et Ordinate compositi V. — textus evangelii IV. aureis litteris 
scriptus totus I. — lectionarius plenarius a supradicto Albino ordi- 
natus. — Endlich die dritte Gattung ist daselbst vertreten durch 
antiphonarii sex. (Catalogi bibliothecarum antiqui coli. G. Becker. 
S. 28.) Vollständige Missalien und Specialsammlungen für einzelne 
Theile der Messe beschreibt das ßücherverzeichniss von Muri aus 
dem 12. Jahrhunden: sunt etiam hie missales libri V. ex hiis tres 
pleniter scripti sunt, quartus vero habet graduale cum orationibus, 
quintus tantum orationes habet. (Daselbst S. 25i.)*) 



*) Inhaltsangabe vollstUndiger Missalien aus dem spUteren Mittel- 
alter (11. und 14. Jahrhundert) in der Bibliotheca Casinensis III p. 166 



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— 41 — 

In den Hauptbüchern bildete man drei grosse Gruppen: 

1. für die Feste des Herrn, Proprium de tempore oder kurz 
De tempore (nach der Zeit des Kirchenjahres); 

2. für Einzelfeste der Heiligen, Proprium Sanctorum oder De 
Sanctis (nach Monaten); 

3. für gemeinsame Heiligenfeste, Commune Sanctorum oder 
Commune (nach dem Charakter der Heiligenfeste, z. B. 
Festtage der Apostel, Märtyrer, Bekenner u. a.). 

Ausserdem erhielten beide Bücher noch als Einleitung allge- 
meine Regeln (Rubricae generales) und als Anhänge eine Samm- 
lung von Texten und Gesängen für besondere Fälle, wieDedicatio 
ecclesi'ae (die auch dem Commune sanctorum beigefügt werden 
konnte). Pro deftinctis u. a., sowie verschiedene Gebete und Ri- 
tualien. Nach der allgemeinen Verbreitung des Officium und 
Missale Romanum seit dem tridentinischen Concil wurde für einzelne 
Diöcesen ein weiterer Anhang nothwendig, welcher die besonderen 
daselbst gefeierten Heiligenfeste enthielt, ein Proprium dioeceseos. 

Zur richtigen Durchführung des Gottesdienstes im Laufe des 
Kirchenjahres war ein Kalendarium erforderlich, welches man denn 
auch gewöhnlich den Hauptbüchern und vielen Theilen derselben, 
sowie Specialbüchern beigegeben, und zwar an den Anfang gestellt 
findet. 

Wie das Psalterium als eine selbständige Sammlung im 
Brevier neben jenen Einzelabtheilungen bestehen blieb, so im 
Missale der unabänderliche Theil der Messe, der Canon. 

Vollständige Breviere und Missalien sind umfangreiche, nicht 
bequem zu handhabende Werke. Daher zerlegte man sie in ver- 
schiedene Bände, je nach den Jahres- und Tageszeiten. Auch solche 
Einzelbände erhielten wieder besondere Namen: 



bis 176. — Eine umfassende Bibliographie der Missalien in Weale's Biblio- 
graphia liturgica, London 1886. Einzelbeschreibungen in dessen Bericht 
über die Historical Music Loan Exhibition 1885, London 1886. 



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— 42 — 

Pars hiemalis, Wintertheil, beginnend mit dem Sabbato ante 
Dominicam primam adventus Domini, oder nach altem Brauche 
mit der Vigilia Nativitatis Domini, indem man den Vorabend des 
Christfestes zum Anfange des Kirchenjahres machte. 

Pars aestivaHs, Sommertheil, mit Ostern oder Pfingsten an- 
fangend. 

Ausserdem tritt eine Theilung nach den vier Jahreszeiten ein. *) 

Bücher für einzelne Abtheilungen des Nacht- und Tages- 
dienstes sind die Noaurnalien, Matutinalien, Diurnalien, Vesperalien, 
die uns bei Besprechung der Curse begegnet sind (S. 14). 

Ueberschauen wir nun den Reichthum der abendländischen 
Kirche an Hturgischen Büchern, so lässt sich die ganze Fülle der 
Schriftwerke mit ihren mannigfachen Titeln folgendermaassen 
gliedern : 



*) Das kam schon zu einer Zeit vor, als man noch nicht an Missalia 
plenaria dachte, sondern Sacramentarien benutzte: ^Hber missarum» — 
qualem S. Iulianus composuisse dicitur, de toto circulo armi in quahtor partes 
divisum\ Gerbert, Vetus liturgia Allem. I p. 59. 



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- 46 - 
lY. Beispiele. 

I. Psalterium des Klosters Lichteathal. 

Pergament 22 X 15,5 cm, 128 BL ij, Jahrh, und J angibun- 
dene Papierblätter ,^ wovon das erste im 18, Jahrhundert beschrieben. 
In der Regel sind ig Zeilen auf der Seite mit zwischengezogenen 
Linien, 16 Miniaturen, 

f. I — 2. Vorderseite ursprünglich leer, i Federproben, i' Ein- 
träge des /S' — 16, Jahrhunderts: a,) Deutsches Gebet, Grosse miltde- 
keit — swert diner räche, b,) Nos cum prole pia beaedicat virgo 
maria. c) magnificat. Deutsche Uebersetzung desselben, V — 2. Versus y 
LectioneUy Responsorien de tempore, 2 a,) Die segen vo unser frowen. | 
Sanaa dei genitrix — 8 Verse — ad dmii. b,) Wllne'ibus (vulneri- 
bus) quinis — 7 Zeilen — virgo maria + 

• 2' — 7' kalendarium. Je 2 Monate auf der Rückseite der 
Blätter mit den Zeichen des Thierkreises, Nachgetragen sind im 
J^, und 16, Jahrhundert die Feste des h, Thomas v, Aquino 7. März, 
des h, Petrus (Martyr) 2g, April, Translacio beati Dominici con- 
fessoris 24, Mai, das Fest des h, Dominicus 5. August. Auf den 
Vorderseiten der Blätter j — -8 Miniaturen: (3) Verkündigung 
Mariae*)^ beigeschrieben sind im ly, — 18. Jahrhundert J Versus zur 
ersten,^ zweiten und dritten Nocturn der Adventszeit, (4) Geburt 
Christi, (5) Geis seiung Christi, (6) Christus am Kreuze mit Maria 
und Johannes, (y) Christus in der Vorhölle, (8) Christus auf dem 
Throne, die rechte Hand segnend emporgehalten , in der Linken ein 
Buch, Eckmedaillons mit den Zeichen der vier Evangelisten. 

8' — 127. Psalterium feriatum. Die Ferienbezeichnungen sind 
nachträglich wohl erst im 14, Jahrhundert roth an den Rand ge- 
schrieben. 



*) Abgebildet bei Karl J. TrUbner, Verzeichnis eirier werthvolien 
Sammlung von Pergament- und Papier-Handschriften aus dem XII. bis 
XV. Jahrhundert. Strassburg 1886, No. i. 



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— 47 — 

8* Initiale B stellt die Schöpfung dar. Den Psalmen sind 
deutsche Randbemerkungen im 14, Jahrhundert beigesskrfeßen, wo- 
durch auf den Sinn und Zweck des Fsalmengehetes aufmerksam 
gemacht wird. Ausserdem befinden sich im Texte deutsche Inter- 
linearglosseu von einer Hand des ij, Jahrhunderts, Auf die Ränder 
sind ferner im 14, — 18. Jahrhundert Antiphonen, Responsorien, 
Versus, Lectionen eingetragen, besonders solche, die an gewöhnlichen 
Tagen vom Dreifaltigkeitssonntag bis Allerheiligen gesprochen oder 
gesungen werden: //'. 7J'. 75'. T&. ig, 21. 21*, 22*, 23. 23*, 24, 25'. 
26, 20*, 27, 27* , 28, 2g*, 30. JT*. 32*. 35* SS*' J^' J^*' 3^' 39*- 40*- 
41*— 42** 44' 45** 4ä. 4ä*. 47* 47*- 49*^ 5^'— 52'. 55. 5&, 57, 5f, 
5g, 60. 61*, 62, 63*, 64*, 67*— 68*, 6g, 70. 71. 72, 73, 76, 78*, 
7g, 80*, 8i*'-82*. 85, 86, 87, 87*. 88, go, gi*, g3*. g4*—'g6*, 106* 
— J08, log — ij6, 117, T17*, 118*, iig*. 120*, 123*, Di$ jüngeren Ein- 
träge sind mit Musiknoten in Quadratform versehen. Grössere Ini- 
tialen mit figürlichen Darstellungen befinden sich auf den Blättern 
25'; Christus segnet einen Pilger; 36: zwei heilige Frauen mit 
Palmziv eigen; 46: Adam und Eva; 47: Kain und Abel; §7: Jonas; 
6g*: David; 81: Fridster am Altar; 82*: Noah in der Arche und 
die Taube^ ein Rabe auf einem Ochsen; g3*: ein Bischof, — 

Die Fsalmen sind nach der biblischen Ordnung eingetragen, 
mit nachträglicher Angabe der Wochentage, an denen sie gebetet 
werden, und derjenigen Stellen, bei denen der Eintritt der Doxo- 
logie (Gloria) nicht selbstverständlich war, wie bei Abtheilungen 
eines Fsalmes oder Canticums, Auf Blatt 118* sind die Anfänge 
der Fsalmen CXLIX und CL nicht hervorgehoben, aber später am 
Rande durch ein senkrecht durchstrichenes C (Rubrikenzeichen) kennt- 
lich gemacht. Die Fsalmen CXLVIII bis CL wurden nämlich 
unmittelbarnach einander gesprochen und erst am Schluss folgte Gloria, 
117 — 124. Die Cantica. 

Das vierte und achte Canticum sind als Fsalmen Davids be- 
zeichnet. Von dem Canticum Symeonis sind nur die Anfänge der 



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- 48 — 

Verse eingeschrieben. Auch bei den Cantica ist durch deutsche Rand- 
bemerkungen der Sinn, wie bei den Psalmen und später bei dem 7e 
deum und den Symbola, im 14, Jahrhundert angegeben worden, 

124. Te deum, als Psalm Davids bezeichnet, 

125. Pater noster — Sed Libera nos, nur die Anfangsworte der 
Verse, — Credo (Symbolum apostolicum), — Quicunque vult 
(Symbolum Athanasianum) . 

126'. Letania generalis (von Allen Heiligen) bis Sanae ßanolomee 
or I . 

Zwei Blätter sind ausgeschnitten, auf welchen der Schluss 
der Litanei und ein Cursus Beatae Virginis Mariae gestanden 
haben muss, 

\il, Schluss des Cursus B, V M.: \ plaudite, wohl Ende des Verses: 
gentes redemptae plaudite aus dem Hymnus O gloriosa domina. 
Die unmittelbar an plaudite sich anschliessenden vier Verse: 
Gloria tibi domine, qui natus es de virgine, cum patre et 
sancto spiritu in sempiterna secula. Amen, kommen auch als 
Schluss anderer Hymnen: Fit porta Christi pervia — oder Rex 
Christe clementissime vor. 

Es folgen nun die Anfänge der an den Hymnus ange- 
schlossenen Versus, Antiphonen, Psalmen und eine Oratio (Por- 
rige). Alsdann ein Abschnitt Ad primam mit Invitatorium^ 
Hymnus (Rex Christe), Antiphonen, Psalmen: 11 Zeilen. Der 
Rest der Seite fehlt, da das Blatt um etwa 3 Centimeter ge- 
kürzt ist. 

127'— 128. Acht deutsche Gebete. 

Dieselben sind im 14, Jahrhundert eingetragen. Am Schlüsse: 
Halberloschene Spuren eines neunten Gebetes, 

128'. Si quis inveniet ripo reddere debet (sie), 

129—129'. (Papier) Nachträge von Antiphonen, Responsorien 
Versus, Invitatorium. (18, Jahrhundert,) 
Das Ganze in einem braunen Lederband vom Jahre 1376, 



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- 49 — 

2. Breviere mit Psalterien. 

Als Beispiel eines Ordensbreviers kann der bereits erwähnte 
Codex Casinensis CXCIII gelten, welcher so beschrieben wird: 
Codex membranaceus in 4°. longitudinis metri 25/0, latitudinis 18/0, 
paginarum 1120, duplici columna, characteribus latino-gothicis 
XIV. saeculi incipientis perpulchre exaratus, continet Breviarium 
Franciscanum^ et sub eodem numero a Montfauconio Breviarium 
Monasticum recensetur. Der wesentliche Inhalt ist: 

Pag. 1 — Adest Kalendarium Breviarii. 13 — Canon super 
Kalendarium Magistri Petri de Datia de primationibus 
lunae. 26 — Canon super tabulam festorum mobilium. 
27 — Tabula Paschalis ab anno 1337, ad 1402, recentiori charactere 
exarata reperitur. 29 — Incipit Psalterium per Hebdomadam dispo- 
situm. (siehe oben S: 18). 130 — Incipit Proprium de Tempore a 
Dominica I. Adventus. In nomine domini nostri ihesu christi. In- 
cipit ORDO BREVIARII .... 573 — Adsunt Rubricae generales Breviarii. 
577 — Ordo ad benedicendam mensam. 579 — Incipit Proprium 
de Sanctis: Incipiunt festivitates per anni circulum. In hoc Pro- 
prio notandum est quod lectiones, seu legendae Sanctorum, plerum- 
que differunt ab illis quae hodiedum usui sunt, et a die 29. No- 
vembris initium habent in festo S. Saturnini Martyris, et finem in 
festo S. Catharinae Virg. et Mart. 1021 — Incipit Commune Sanc- 
torum. 1093 — Incipit officium beate Marie virginis, quod praece- 
dunt quaedam Rubricae. iioo — Incipit officium in agenda de- 
functorum, cum Rubricis etiam. 1108. 11 09. im — De fratre 
communicando. Ordo ad unguendum infirmum. Ordo commen- 
dationis animae, cum qua desinit Codex in pag. 11 20. (Auszug aus 
Bibliotheca Casinensis IV p. loi— 102.) 

Ein interessantes Beispiel eines Breviers für Weltgeistliche bietet 
das Breviarium Argentinense des Buchdruckers Jo. Grüninger, 1489. 
Auszug aus dem Inhalt fol. 7', vor dem ersten gezählten Blatte: 

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— 50 — 

(Continentia huius libelli.) 

A. I. Kaien darium 

continens speciales dies mensis . nonas scilicet Idus et Kalen- 
das . nomina sanctorum et impositionem historiarum etc. 
Die Historiae sind eingelegt im Juli, August, September, 
October, November, December. Es sind Lectionen mit 
ihren eigenen Antiphonen (antiphonae historiales) und 
Responsorien. Eine nähere Vorschrift bietet z. B. fol. 266. — 
in fine kalendarii ponitur magistralis tabula de intervallo 
carnispriviali durans sine fine. 

B. 2«- Psalterium cum suis attinentiis. 

* Letania generalis (Allerheiligenlitanei). 

^- Adiunguntur quamplures orationes generales (pro peccatis . 

pro iter agentibus etc.). 

^' Signantur septem psalmi penitentiales. 

^' Psalmi de passione domini. 

/• Vigilie defunctorum cum adiunctis orationibus. 

£"' SufFragia communia per anni circulum. 

*• Accessus altaris. 

»• Orationes dicendae ante missam. 

*• Gratiarum actio post missam. 

^ Benedictiones matutinales de tempore, de sanctis et de 

beata virgine. 

*»• Tabula psalterii. 

C. j«- Tabula super parte de sanctis. 

*• Commune de sanctis. 
^' De dedicatione ecclesie. 
^' „ „ altaris. 

D, 4*' Tabula adventus domini. 

*• Pars hyemalis de tempore: (Incipit breviarium per circu- 
lum anni secundum chorum ecclesie argentinensis.) 



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— 51 — 

^- Specialis memoria passionis dominice post singulas horas 

canonicas peragenda. 
^- Pars estivalis de tempore: (Sabbato vigilia Penthecostes.) 
E, j«- Pars hyemalis de sanctis. 
*• „ estivalis „ „ 
^- Cursus (generalis) beate virginis. 
^- Specialis memoria compassionis virginis gloriose. 
Dass die Eintheilung so beabsichtigt war, geht aus den ge- 
druckten ßlattzahlen hervor. 



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Register. 



absolutiones 35. 36 
Accessus sdtaris 14. 5o. 
aestivalis pars 42. 44. 5i. 
agenda 3. 21. 43. 49. 
Alcuin 32. (Albinus) 40. 
alleluia 24. 25. 

Allerheiligen-Litanei, s. Litanei. 
Amalarius 9. 13. 21. 23-25. 
Ambrosianischer Lobgesang 11. 

18. 19. 
angelus proprius 14. 
antiphona 20. 22-25. 27. 40. 5o. 
Antiphonarien 22. 24. 26. 35. 38. 

39. 40. 45. 
apostolicae horae 12. 
apostolus 33. 45. 
appendices 43. 

Argentinense breviarium 49. 
autumnalis pars 44. 
ave Maria 20. 



baptismale 44. 
Benedict, d. H. 2. 
benedictionale 44. 
benedictiones 35. 36. 44. 49. 5o. 
ßittsprüche 35. 

ßreviarien 3. 4. 18. 20. 38 ff. 43. 49. 
Bruno, d. H. 20. 
Bücher, liturgische i. 2. 
Busspsalmen 13. 14. 5o. 



caeremonialis 2. 43. 44. 
canon (missae) 41. 43. 44. 
canonicae horae 8-1 5. 43. 5i. 



cantatorium 23. 24. 45. 

cantica 18-20. 

cantionale 45. 

cantorinus 44. 45. 

cantus 24. 

cantus pullorum 12. 

capitellum 35. 

capitula 34. 35. 

catechumenus 43. 

ceremonialis 2. 43. 44. 

choralis liber 45. 

Cistercienser-Brevier 20. 

coUectae 35. 36. 

CoUectarien 22. 35. 38. 39. 45. 

comes 32. 45. 

commemorationes 35. 36. 

commun 8. 

commune sanctorum 8. 30. 41. 43. 

49. 5o. 
Communion 23. 24. 49. 
complenda 12. 
completa 12. 

completorium 8. 10-12. 16. 
concentus evangelii 19. 
Concil, Tridentinisches 2. 3. 41. 
confessionale 44. 
consuetudinarius 43. 
Cürs 13. 
cursarius 13. 
cursinarius 13. 
cursus 2. 11-15. 42. 44. 5i. 



decima 12. 

dedicatio ecclesiae 41. 5o. 

„ altaris 5o. 
de feria 7. 
de festis 7. 20. 



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- 53 — 



defunctorum officium 13. 21. 27. 

41. 44. 49. 5o. 
de sanctis 8. 41. 43. 49. 5o. 
de tempore 8. 41. 43. 49-51. 
diptycha 43. 
directaneus 45. 
direaorium 39. 43. 
diurnale 14. 24. 42. 44. 
divisio 6. 
dominica 7. 16. 
dominicalia 7. 8. 19. 20. 
Doxolpgie 6. 
duodecima 12. 

E. 

emortuale 44, vgl. 49. 

enchiridium 43. 

episcopale 44. 

episcopi 44. 

epistola 33. 37. 40. 43. 

epistolaria 33. 34. 38. 39. 43. 

evangeliaria, evangelistaria 33. 34. 

38. 39. 43. 
evangelium 19. 33. 37. 40. 
exequiale 44. 
exorcismi 44. 

F. 

feria 6-8. 16. 

ferialia 7. 8. 20. 27. 

feriatus 18. 43. 

festi 7. 20. 

fides catholica Athanasii 20. 

Franzifcaner-ßrevier i-8. 39. 49. • 



gallicantus 12. 
Gallicanum psalterium 3. 
Gallicanus ordo 43. 
gallicinium 12. 
Gebetbücher 38. 
Gebete 20. 33. 36. 
Gelasianus (missalis) 40. 43. 
Gesangbücher 38. 



Glaubensbekenntnisse 20. 

gloria 6. 

gradale 23. 

Gradualien 23. 24. 38. 39. 40. 44. 

Gregor d. Gr. 2. 23. 

Gregor VII. 2. 

Gregorianus (missalis)* 40. 43. 

Grüninger, J. 49. 

H. 

Hadrian I. 23. 
Handschriften: 

Bordeaux 7. 26. 

Corbie 24. 

Einsiedeln 7. 21. 

Karlsruhe, s. Reichenau. 

Lichtenthai 19. 33. 46. 

Monte Cassino 18. 31. 33. 39. 
40. 49. 

Muri 13. 26. 32. 40. 

Palatini Vaticani 14. 20. 

Reichenau (Augienses) 26. 33. 34. 

Rheinau 26. 

St. Gallen 26. 

St. Riquier 40. 
Hardouyn, G. i3. 
Heiligenleben 32. 
heures 14. i3. 

hiemalis pars 42. 44. 3o. 3i. 
Hieronymus 2. 3. 32. 
historiae 3o. 

homiliarium, homiliarius 33. 43. 
Homilien 31. 33. 
hora completoria 12. 
hora incensi 12. 
horae 8-16. 44. 
horae apostolicae 12. 
horae canonicae 8-1 3. 43. 
horae minores 12. 
horarium, horarius 14. 
hortulus animae 14. i3. 
hymnarius 38. 43. 
hymni 7. 8. 19. 20. 26-3;. 



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— 54 — 



I. 

interrogatorium 44. 
introitus 24. 
invitatoria 25. 27. 
Julianus d. H. 42. 
Ivo V. Chartres 3g. 

K. 

Kalender 2. 3. 36. 41. 43. 49. 5o. 
kanonische Stunden, s. horae. 
Karl d. Gr. 32. 33. 
Kirchenbücher i. 

L. 

laudes 9. 11. 12. 14. 16. 

laus 9. 12. 

Leben der Heiligen 31. 

Lectionarien 22. 31-35. 38. 39. 

40. 45. 
lectiones 31. 34. 37. 49. 
lectiuncula 35. 
Legendarien 38. 45. 49. 
Lesebücher 38. 
letania generalis 20. 5o. 
liber apostolicus 45. 

„ caeremoniarum 43. 

„ mysteriorum 40. 43. 

„ officiorum (officialis) 43. 

„ sacramentorum 40. 43. 

„ viventium et mortuorum 45. 
Litanei 13. 14. 20. 5o. 
Liturgie i. 43. 
Liturgische Bücher i. 2. 
Loan exhibition 41. 
lotio pedum 44. 
lucernarium 12. 

M. 

mandatum 44. 

manuale 21. 43. 45. 

Maria 12. 13. 21. 44. 49-51. 

Marianus cursus 13. 

Martyrologien 32. 33. 37. 38. 45. 

matines 14. 



matutinalis, matutinale 9. 14. 16» 

42. 44. 
matutinum 8-12. 16. 
memoria 35. 5i. 
Messe i. 23. 24. 32-45. 5o. 
Mette II. 
Micrologus 39. 
Miniaturisten i5. 
missae de tempore, de sanctis 43. 

„ dominicales 44. 

„ episcopales 45. 

„ pontificales 45. 

„ pro 4efunctis 43. 44. 

„ quadragesimales 44. 

„ votivae 43. 
Missalien 1-4. 40 ff. 43. 44. 

N. 

Nausea, F. 10. 
nocturna, s. nocturnum. 
nocturnalis, nocturnale 14. 24. 32. 

42. 44. 
nocturnum 8. 9. 11. 12. 35. 36. 37. 
nona 8. 10. 12. 14. 16. 



obsequiale 44. 

octava 12. 

offertorium 23. 24. 

officialis 21. 26. 43. 

officium 2-1 5. 21. 24. 27. 38 ff. 

43- 49- 
omeliae 33. 
orarium 14. 
oratio dominica 20. 
orationale 45. 
orationaria, orationarius 35. 38. 

39. 45. 
orationes 14. 35. 37. 40. 5o. 
ordinale 43. 

ordinarium missae 43. 44. 
Ordinarius 43. 
ordinationes 44. 



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— 55 



ordo 43. 44. 45. 

„ celebrandi 43. 

„ inserviendi 45. 

„ ministrandi 46. 
ortus anime i5. 

P. 

Paris, Klerus i5. 
Paris, Nicolle 35. 
parochiale 44. 
Passionalien 32. 33. 38. 4b, 
Passionsevangelien 13. 
pastorale 44. 
pater noster 11. 20. 
Paulus Diaconus 33. 
Petit, Jehan 8. 20. 
Petrus de Datia 49. 
Pius V. 20. 
plenaria 34. 39. 40. 
poenitentiale 44. 
pontificalis, pontificale 2. 44. 
portofolium 42. 
postilla 33 43. 
.. preces 33. 36. 
prima 8. 10. 12. 14. 16. 
processionale, processionarius 44 
promptuarium 45. 
proprium 8. 41. 43. 49. 
psalmi 5-i8. 27. 33. 5o. 
psalmodia 2. 

psalterium 4-38. 43. 44. 46. 49. 5o. 
pullorum cantus 12. 



quarta 12. 
quinta 12. 

R. 

regula 43. 

requiem 44. 

responsoria, responsorii 23.25. 33. 

40. 3o. 
Kesponsorialien 23. 23. 



responsum 25. 

Ritualbücher i. 2. 

rituale 2-4. 43. 44. 

Rom 3. 9. 14. i3. 24. 31, 39. 40. 

Romanum psalterium 3. 

rubricae generales 43. 49. 

S. 

sabbatum 7. i7. 

sacerdotale 44. 

sacerdotalis 2. 

Sacramentarien i. 4. 21. 39. 40. 

43. 43. 
sacrorum codex 43. 
sanctoral, sanctorale 7. 8. 
Schaffeier, J. 13. 
secunda 12. 
septima 12. 
sequentiarius 38. 43. 
Sermonen 31. 37. 
sexta 8. 10. 12. 14. 16. 
Sommertheil 42. 
speciale 44. 

Strassburg, s. Argentinense. 
suffragia 13. 35. 36. 5o. 
symbola 20. 37. 



te deum 11. 18. 19. 
temporal 8. 
tertia 8. 10. 12. 14. 16. 
Theotinchus 32. 
tractus 24. 40. 
Tridentinisches Concil 2. 
troparius 38. 43. 



3. 41. 



U. 



undecima 12. 



V. 

vade mecum 44. 
veni mecum 44. 
vernalis (verna) pars 44. 



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- 56 



versiculus, 


Versikel 26. 






W. 




versus 24. 


26. 36. 40. 




Warnefried 


33- 






vesperae ^ 


L 10. 


16. 




Wintertheil 


42. 






vesperale 


14. 42 


. 44. 












vigiliae 8. 


9. II 


13. 14. 3o. 






Y 






vitae Sanc 


torum 33. 

Ab 




ymni, s. hymni. 
s u n g e n. 








kür2 




ä 


24 


compr 


12 


Icö 


12 


IV 


26 


an 


71 


complet 


77 


lect 


77 


resp 


77 


ane 


« 


complet' 


11 


lectö 


77 


respo 


77 


ant 


79 


copl' 


'7 






respon 


77 


anth 


77 


cöple 


71 


mag 


19 


responso 


77 


antha 


71 






magn 


77 


responsori 


77 


anti 


77 


DD 


5 


magii 


7» 


respos 


77 


antiph'a 


77 


Dnica 


/ 


magnfic 


" 






antipho 


77 


Do 


77 


magnifi 
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26 


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19 


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77 


ver 


77 


bened' 


77 






mat 


II 


vers 




benedict 


J7 


Gria 


6 






vers* 


77 


bn« 


^9 


Glor 


77 


noc 


12 


vf« 


77 


bnd' 


77 


grad' 


24 


noct 


•77 


vfus 


77 






grd^ 


77 


noct' 


71 


ves 


77 

12 


c • 


20 


h« 


31 


noctur 


77 


vesp 


77 


cä 


77 


hy2 


91 


or 


33 


vesp 


77 


cätic 


77 


hymn 




ome 


77 


vespas 


.7» 


cantic 


77 


hymn^ 




omer 


77 


vs 


7> 


capit. 


35 






omr 








capPm 


77 


invit 


25 


omr 


77 


ymn« 


31 


CC 


20 


invit' 


99 


oro 


37 






CO 

col 


37 
77 


invita 
invitat' 


7' 


P 


5 


Ziffern: 




coir 


77 






pces 


37 


1-VIII 


24 


coll'a 


77 


r (iaudes) 


12 


ps 


5 


I 


12 


(;ollca 


77 


r (lectio) 


35 


* ps 


77 


II-VII 


7 


cöme 


77 


lau 


12 


psal 


77 


III 


12 


cömeo 


77 


laud 


77 


psalm 


19 


VI 


97 


commemor „ 


laud^ 


71 


ps.DD 


77 


IX 


7> 



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1 



i 



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Psaii«niufii- 




III 

3 2044 081 837 767